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18.02.2018, 15:36 Uhr KOMMENTAR

Das Stadtschloss und das Problem der Glaubwürdigkeit

Kommentar von Ralf Döring

So soll es wieder werden: Das Berliner Stadtschloss auf einer  historischen Postkarte aus der Zeit um 1878. Foto:Sammlung Sauer/dpaSo soll es wieder werden: Das Berliner Stadtschloss auf einer historischen Postkarte aus der Zeit um 1878. Foto:Sammlung Sauer/dpa

Osnabrück. Muss der Steuerzahler für die historische Fassade des Berliner Stadtschlosses aufkommen? Das wäre ein Desaster – nicht nur finanziell. Ein Kommentar

Der Förderverein Berliner Schloss e.V. gibt sich zuversichtlich. Laut Homepage des Vereins fehlen 25 Millionen Euro von insgesamt 105 Millionen Euro, die der Verein für die historische Fassade des Berliner Schlosses sammeln will. Laut „Spiegel“ sind aber erst 43.3 Millionen Euro zusammengekommen. Angeblich soll „der Steuerzahler“ für den fehlenden Rest aufkommen.

Man muss da gar nichts beschönigen: Wenn tritt dieser Fall ein, ist das ein Desaster für das Berliner Stadtschloss. Es geht dabei einmal um sehr, sehr viel Geld –und es geht um viel mehr. Denn gleichzeitig steht ein Wert zu Disposition, der sich gar nicht in Euro und Cent beziffern lässt: Glaubwürdigkeit. Die ist bei öffentlichen Bauten in der Vergangenheit schon öfter in ihren Grundfesten erschüttert worden, auch und gerade in Berlin. Und Vertrauensverlust ist derzeit so ziemlich das Letzte, was Politik und Gesellschaft brauchen können.

Somit wächst dem Förderverein hohe gesellschaftliche Verantwortung zu: Er muss Spenden sammeln und damit Vertrauen gewinnen. Anscheinend ist er sich dieser hohen Verantwortung bewusst: Es gebe „noch überhaupt keinen Grund zur Selbstzufriedenheit“, kann man auf der Homepage lesen. Das lässt doch hoffen.


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