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16.02.2018, 16:27 Uhr KOMMENTAR

„Weimarer Kino “: Entdeckungen von gestern

Kommentar von Daniel Benedict

Die 68. Berliner Filmfestspiele widmen sich 2018 auch dem Kino der Weimarer Republik. Ein Kommentar. Symbolfoto: dpaDie 68. Berliner Filmfestspiele widmen sich 2018 auch dem Kino der Weimarer Republik. Ein Kommentar. Symbolfoto: dpa

Berlin. Als „Weimarer Kino“ wird die erste Blütezeit des deutschen Films bezeichnet, die vor allem in der ersten Hälfte der 1920er Jahre weltweit Erfolge feiert. Die 68. Berliner Filmfestspiele widmen sich 2018 auch dem Kino der Weimarer Republik. Ein Kommentar.

Vor acht Jahren feierte die Berlinale die Rekonstruktion von Fritz Langs „Metropolis“, vor vier Jahren lief „Das Cabinet des Dr. Caligari“. Von einer „Welturaufführung“ war dabei die Rede; und für die restaurierte Fassung stimmt das. Ansonsten darf man behaupten: Wenn dem Publikum überhaupt noch Stummfilme bekannt sind, dann diese beiden.

Das erste Drittel der Filmgeschichte ist ein fast unbekannter Kontinent. Die Produktion dieser Jahre war dank kurzer Drehzeiten massiv. Erhalten ist nur ein Bruchteil. 80 bis 90 Prozent gelten als unwiederbringlich verloren. Selbst im Werk von Stars wie Chaplin und Garbo klaffen Lücken.

Die Berlinale nutzt die Strahlkraft der Leuchtturmwerke, um das vergessene Erbe bekannt zu machen. Immer öfter werden die Retrospektiven nicht mehr kanonischen Meistern gewidmet, sondern Motiven, Produktionszusammenhängen, Epochen. So macht das Festival nicht nur im aktuellen Kino, sondern auch im Vergangenen Entdeckungen. Es wird Zeit. Das frühe Filmmaterial zersetzt sich selbst und ist leicht entflammbar. Wenn diese Werke keine Lobby kriegen, werden auch die letzten zehn Prozent verschwinden.


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