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17.02.2018, 06:20 Uhr KOLUMNE

Au Backe: Wer den Schaden hat, muss für Spott nicht sorgen

Von Joachim Schmitz

Die Ruhe vor dem Sturm: Wenn der Zahnarztbesuch Schwellungen und Verfärbungen im Geicht nach sich zieht, ist der Spott mancher Kollegen absehbar. Foto: dpaDie Ruhe vor dem Sturm: Wenn der Zahnarztbesuch Schwellungen und Verfärbungen im Geicht nach sich zieht, ist der Spott mancher Kollegen absehbar. Foto: dpa

Osnabrück. In unserer wöchentlichen Kolumne „Silberblick“ berichtet die Kulturredaktion über mehr oder weniger skurrile Beobachtungen aus Alltag und dem Kulturleben. In dieser Woche geht es um Besuche beim Zahnarzt und Kieferchirurgen, ein geschwollenes Gesicht und die Reaktionen der liebreizenden Kollegen:

Zahnarztbesuche gehören zu den liebsten Beschäftigungen mancher Masochisten, Termine beim Kieferchirurgen bedeuten da eine zusätzliche Eskalationsstufe der Lust. Meine persönliche Tragik ist es, dass ich in diesem Jahr schon beiderlei „Vergnügen“ hatte, mir aber leider die masochistische Veranlagung fehlt, die mir etwas Freude daran hätte bescheren können. Im Gegenteil – die Entfernung eines Zahns sowie dreier entzündeter Wurzeln aus der Kieferhöhle habe ich alles andere als lustvoll erlebt und wurde begleitet von einer intensiven Schwellung mit anschließender blau-rot-grün-gelber Einfärbung einer Gesichtshälfte.

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen, heißt es. Wie wahr. Das zeigten mir die Reaktionen mancher Kollegen auf mein derangiertes Antlitz. Geradezu charmant noch die Vermutung, ich könnte mich einer Schönheitsoperation unterzogen haben. Origineller, weil noch gemeiner: Der Ratschlag, ich solle mich angesichts der niedrigen Außentemperaturen doch mit der geschwollenen Gesichtshälfte nach unten auf die Straße legen, um für Kühlung zu sorgen. Klarer Gipfel der Dreistigkeit aber war die angesichts meiner geringen Körpergröße geäußerte Vermutung, ich sei mit dem Kopf gegen eine Tischkante gelaufen.

Nein, ich bin kein Masochist, aber offenbar umzingelt von Verbal-Sadisten. Rau, aber herzlich, die liebreizenden Kollegen. Da kann es nur eine Antwort geben: Noch so‘n Spruch – Kieferbruch!

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