Gefeiert und umstritten Italienischer Regisseur Franco Zeffirelli wird 95

Von Tobias Sunderdiek

Kontroverse Figur: Franco Zeffirelli wird am Montag 95 Jahre alt. Foto: dpaKontroverse Figur: Franco Zeffirelli wird am Montag 95 Jahre alt. Foto: dpa

Der italienische Regisseur Franco Zeffrelli wird amn diese Montag, 12. Februar, 95 Jahre alt. Als Künstler arbeitete er mit Maria Callas und Liz Taylor zusammen, als Politiker mit Berlusconi.

Wollte man zwei Attribute finden, die Leben und Werk Franco Zeffirellis umschreiben, „elegant“ aber auch „kontrovers“ wären nicht die schlechtesten. Heute vor 95 Jahren wurde Zeffirelli als „Kind der Liebe“ zweier nicht miteinander verheirateter Eltern in Florenz geboren. Als „kleiner Bastard“, wie er sich selber nennt, wuchs der früh zum Halbwaisen gewordene Junge im großbürgerlichen Haushalt seiner Tante auf. Eine idyllische Kindheit, wie sein semi-autobiografischer Film „Tee mit Mussolini“ (1999) zeigte. Seine Mutter gilt übrigens als Nachfahrin von Leonardo da Vinci.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Zeffirelli zunächst als Bühnenbildner für Luchino Visconti, der ihn künstlerisch prägte und als Assistent an seinen Filmen verpflichtete. Opulent, klassisch, mit Stars wie Maria Callas oder Placido Domingo: Ab den 1950ern machte Zeffirelli vor allem als Opernregisseur von sich reden - ob in Mailand, Verona, Paris oder New York.

Dem Klassischen blieb er auch in seiner zweiten Karriere als Filmregisseur treu: Etwa mit den drei Shakespeare-Verfilmungen „ Romeo und Julia „ (1968), „ Der Widerspenstigen Zähmung „ (1967; mit Richard Burton und Liz Taylor) sowie „Hamlet“ (1990). Seine TV-Miniserie „Jesus von Nazareth“ (1977) war ein Quotenhit, seine Franz von Assisi-Biographie „Bruder Sonne, Schwester Mond“ (1973) wurde von Kritikern, aber auch vom Vatikan angegriffen: Der Film sei zu simpel und geschönt.

Kontroversen löste Zeffirelli indes vor allen als Abgeordneter der „Forza Italia!“-Partei von Silvio Berlusconi im italienischen Senat aus. Dort griff er oft Moslems oder moderne Künstler an, wollte die Todesstrafe wieder einführen, Abtreibungen verbieten. In die Schlagzeilen geriet der offen schwul lebende Künstler erst jüngst wieder: So beschuldigte der Schauspieler Johnathon Schaech den Regisseur, er habe ihn 1993 sexuell belästigt.

Trotzdem: Florenz feierte den berühmten Sohn der Stadt in diesen Tagen mit der Eröffnung eines Museums, das vor allem die Sammlung eines reichen Berufslebens ausstellt. Und das war tatsächlich vor allem eins: „elegant“.