Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
09.02.2018, 17:57 Uhr STREIT UM BILD VON FRANZ MARC

Raubkunst? Düsseldorf sollte „Füchse“ zurückgeben

Von Dr. Stefan Lüddemann


Hängt dieses Bild zu Unrecht in einem Düsseldorfer Museum? Franz Marcs „Füchse“ wird von Nachfahren eines jüdischen Vorbesitzers zurückgefordert. Foto: dpaHängt dieses Bild zu Unrecht in einem Düsseldorfer Museum? Franz Marcs „Füchse“ wird von Nachfahren eines jüdischen Vorbesitzers zurückgefordert. Foto: dpa

Düsseldorf. Gibt es in Düsseldorf ein Problem mit Raubkunst? Die Stadt zögert bei Rückgabegesuchen. Das sollte sich schnell ändern.

Kümmert sich Düsseldorf nicht intensiv genug um das Thema Raubkunst? Die Absage der Ausstellung um den jüdischen Kunstsammler Max Stern hat diesen Eindruck erweckt. Jetzt geht es um ein kostbares Gemälde von Franz Marc, das einem jüdischen Sammler abgepresst worden sein dürfte. Rückgabeansprüche sind bereits seit Jahren anhängig. Hier weiterlesen: Jedes Bild unter Verdacht - Andrea Baresel-Brand zur Gurlitt-Sammlung.

Der Weg der „Füchse“, so der Titel des Gemäldes, scheint nicht vollständig rekonstruiert werden zu können. Die Umstände sprechen allerdings stark für einen Verkauf, der im Dritten Reich unter dem Druck der erzwungenen Emigration erfolgte. Düsseldorf sollte sich, auch wenn die Provenienz nicht lückenlos dokumentiert ist, zeitnah für die Rückgabe entscheiden und dann versuchen, das Bild per Kauf für die eigene Sammlung zu sichern. Hier weiterlesen: Liebesrausch auf Goldgrund - Gustav Klimt im Porträt.

Sicher, Düsseldorf würde ein kostbares Stück der eigenen Museumsbestände abgeben. Wichtiger aber ist das Ziel, keine Exponate mehr zu behalten, deren Herkunft nicht zweifelsfrei zutage liegt. Nach dem zuletzt ungeschickten Umgang mit dem Thema Raubkunst sollten jetzt von Düsseldorf klare Signale ausgehen. Das müsste diese herausragende Kunststadt sich selbst und ihrem guten Ruf schuldig sein. Hier weiterlesen: Sammlung Gurlitt - als die Moderne ihre Unschuld verlor.


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