Häuser sollen offener werden Neue Kuratorinnen für das Museumsquartier Osnabrück

Von Dr. Stefan Lüddemann


Osnabrück. Zwei Kuratorinnen, eine Öffentlichkeitsarbeiterin: Mechthild Achelwilm, Claudia Drecksträter und Maren Waike-Koormann haben ihre Arbeit im Osnabrücker Museumsquartier aufgenommen. Sie wollen helfen, die Häuser neu für das Publikum zu öffnen.

Dornröschenschlaf. Das ist das Stichwort. Claudia Drecksträter spricht es aus. „Wir wollen die Türöffner sein für diese Häuser, die ein wenig im Dornröschenschlaf versunken sind“, sagt die Öffentlichkeitsarbeiterin und hat mit diesem Satz die Mission umrissen, der sich Mechthild Achelwilm, Maren Waike-Koormann und sie selbst in Osnabrück verschrieben haben. Maren Waike-Koormann für die klassische Moderne, Mechthild Achelwilm für die zeitgenössische Kunst und Claudia Drecksträter für die Öffentlichkeitsarbeit: Dieses Team geht jetzt im Museumsquartier neu an die Arbeit. Zu dem Museumskomplex in der Stadtmitte gehören das Kulturgeschichtliche Museum, das Felix-Nussbaum-Haus, das Akzisehaus und die Villa Schlikker. Hier weiterlesen: Programmvorschau: Was zeigen Museumsquartier und Kunsthalle 2018?

„Falscher Sparwille“

„Wenn man Häuser will, die zukunftsfähig sind, dann müssen sie auch entsprechend ausgestattet sein“, begründete Stadtrat Wolfgang Beckermann die Neueinstellungen im Museumsquartier. Dort hatte zuletzt noch Personalknappheit geherrscht, vor allem nachdem eine der beiden bisherigen Leiterstellen gestrichen worden war. Heute spricht Beckermann, der unter anderem für Kultur zuständig ist, von einem „falschen Sparwillen“. Nun wird Geld in die Hand genommen. Allein für die neue stadtgeschichtliche Ausstellung und das Callmeyer-Zentrum veranschlagt Beckermann über zwei Millionen Euro. Hier weiterlesen: Nils-Arne Kässens - sein Konzept für Osnabrücker Museen.

Offene Häuser

Dieser Einsatz soll sich lohnen. Offene Häuser, die Publikum anziehen: So liest sich in Kurzform die Aufgabe der neuen Mitarbeiterinnen. Museumsleiter Nils-Arne Kässens zufolge sollen die neuen Kolleginnen nicht mehr an Häuser und Räume gebunden sein, sondern gemeinsam Themen setzen. Mechthild Achelwilm, die künftig für zeitgenössische Kunst zuständig ist, will zeigen, warum Felix Nussbaums Kunst für die Gegenwart wichtig ist. Die promovierte Kunsthistorikerin bringt unter anderem Erfahrungen von der Hamburger Kunsthalle und vom Museum Marta Herford mit. Hier weiterlesen: Back to Babel - Europanetzwerk für die Kunst.

„Sammlung im Dialog“

Maike Waike-Koormann, die demnächst ihren Doktortitel in Kunstgeschichte führen darf, verweist auf ihre bisherigen Stationen, zu denen das Sprengel-Museum in Hannover und die Niedersächsische Sparkassenstiftung gehören. Sie teilt sich bereits das Büro mit Anne Sibylle Schwetter, die weiter die Sammlung der Werke Felix Nussbaums betreuen wird. Waike-Koormann macht sich bereits daran, eine Ausstellung aus den Sammlungsbeständen vorzubereiten. „Sammlung im Dialog“ heißt das Projekt, das im Mai starten soll. Hier weiterlesen: Ein Künstlerprojekt zu den Grafiken Albrecht Dürers.

„Direkte Kommunikation“

Claudia Drecksträter will nicht nur dazu beitragen, dass solche Ausstellungsideen ihr Publikum finden. Sie stellt auch die Frage nach dem Verhältnis des Museumsquartiers zur Öffentlichkeit neu. „Direkte Kommunikation ist gefragt“, sagt sie. Das unterstützen Beckermann und Kässens, die das Quartier wieder für die Menschen in Stadt und Region öffnen möchten. Drei neue Mitarbeiterinnen sollen dabei helfen. Drecksträter sagt, was sie antreibt: „Ich bin hier, weil ich mich für dieses Haus und Nussbaum interessiere.“ Hier weiterlesen: Osnabrücker IHK will Bilder Nussbaums verkaufen.