Kommentar: Kulturpolitik Taten statt Worte

Von Christine Adam

Will Kultur in den Regionen stärken: Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien. Foto: dpaWill Kultur in den Regionen stärken: Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien. Foto: dpa

Osnabrück. Kulturelle Verständigung hat auf einmal einen existenziellen Stellenwert für unser Land bekommen. So scheint es, wenn man Kulturpolitikern wie jetzt Kulturstaatsministerin Monika Grütters zuhört.

Die Zeiten, als Kulturangebote von der Politik als weiche, freiwillige und im Fall des finanziellen Engpasses entbehrliche Faktoren behandelt wurden, scheinen vorbei zu sein. Zumindest klingt so, was man in den letzten Monaten vermehrt von kulturpolitisch Verantwortlichen, etwa Sigmar Gabriel (SPD), hört. Die zunehmend heterogene Gesellschaft, von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) spricht, lässt sich nicht allein mit Geld und sozialer Versorgung zusammenhalten. Satt und sauber, um es mal lakonisch auszudrücken, baut noch lange keine Brücken zwischen den Kulturen.

Kulturelle Verständigung hat auf einmal einen existenziellen Stellenwert für unser Land bekommen. Doch wenn die geplante Große Koalition die Kulturpolitik sogar neu ausrichten will, dann sollte das bald spürbar, greifbar werden. Museen, Theater und andere Kultureinrichtungen müssten finanziell deutlich besser ausgestattet werden. Damit sie die so verantwortungsvollen Integrationsaufgaben nicht wie bisher mit extrem eng geschnalltem Gürtel bewältigen müssen. Große Worte sind schön, Taten noch besser.