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07.02.2018, 17:03 Uhr HAT DIE DEBATTE EINE ZÄSUR GESETZT?

#MeToo: Eine neue Verhaltenskultur ist gefragt

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Hat die #MeToo-Debatte einen Markstein gesetzt? Kulturmacher ziehen Folgerungen aus einer Bewegung, die endlich zu Veränderungen führen sollte. Foto: dpaHat die #MeToo-Debatte einen Markstein gesetzt? Kulturmacher ziehen Folgerungen aus einer Bewegung, die endlich zu Veränderungen führen sollte. Foto: dpa

Osnabrück. Hat die #MeToo-Debatte eine Zäsur gesetzt? Sie hat eher sichtbar gemacht, dass es Missbrauch weiter gibt, trotz Emanzipation und Liberalisierung. Jetzt geht es um eine neue Verhaltenskultur - und einen langen Atem.

Markiert die #MeToo-Debatte wirklich eine Zäsur, wie Werner Herzog behauptet? Die Wortmeldungen vieler Frauen zeigen vor allem, wie wenig sich in den letzten Jahrzehnten geändert hat. Das Verhältnis von Männern und Frauen ist emanzipierter und liberaler geworden. Übergriff, Missbrauch und Gewalt gibt es aber weiterhin. Wer das ändern will, braucht einen langen Atem. Hier weiterlesen: #MeToo auf der Opernbühne - Carmen ist kein Opfer mehr.

Immerhin wird nicht mehr geschwiegen. Übergriffige müssen jetzt damit rechnen, für ihre Verfehlungen einen hohen Preis zu zahlen. Diesen Fortschritt hat #MeToo gebracht. Aber es kommt nicht nur darauf an, auf prominente Einzeltäter zu weisen. Es geht um den Wandel einer ganzen Verhaltenskultur. Hier weiterlesen: Der Fall Wedel - eine Tragödie für alle Beteiligten.

Transparenz hilft dabei ebenso weiter wie die kritische Überprüfung von Hierarchiestrukturen. Bedrängte Menschen müssen Ansprechpartner haben. Schweigen und Wegsehen darf es nicht mehr geben. Aufeinander achtgeben, einander angenehm sein: Das wäre die Aufgabe für alle. Damit es ein neues #MeToo nicht mehr geben muss. Hier weiterlesen: Der Fall Hartmann - der Preis für die Spitzenleistung in der Kunst?


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