Qualität der Arbeit steigern Neun Einrichtungen erhalten das Museumsgütesiegel 2017

Von Nina Brinkmann


Osnabrück. Die Arbeit von Museen ist wichtig, um Wissen auf eine anschauliche Art und Weise zu vermitteln. Um diese zu unterstützen und fördern, gibt es seit 2006 das Museumsgütesiegel Niedersachsen und Bremen. Für das Jahr 2017 haben unter anderem das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel sowie das Osnabrücker Diözesanmuseum das Prädikat erhalten.

Die Verantwortlichen der beiden Museen zeigten sich im Gespräch mit unserer Redaktion sichtlich stolz, das Gütesiegel zu erhalten. „Das Siegel ist eine Bestätigung unserer Arbeit“, sagte der Leiter des Diözesanmuseums, Hermann Queckenstedt. Sein Museum, dass viele Reliquien des Bistums Osnabrück beherbergt, hatte das Siegel bereits 2008 erhalten. Nun genau zehn Jahre später ein zweites Mal. Auch für das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth war es eine Wiederauflage des Gütesiegels. Museumsdirektor Oliver Fok freute sich über die erneute Auszeichnung: „Es ist ein Beleg dafür, dass Gäste und Förderer gut bei uns aufgehoben sind.“

Qualität der Museumsarbeit steigern

Die Auszeichnung mit dem Museumsgütesiegel wurde ins Leben gerufen, um die Qualität der Museumsarbeit zu steigern. „In der Industrie gibt es die ISO-Norm, mit der Qualität auf einen gleichen Standard gehoben wird. Doch in der Museumsarbeit kann man die Produkte nicht standardisieren. Also musste eine andere Lösung her“, sagte der Vorsitzende des Museumsverbandes Niedersachsen, Rolf Wiese, im Gespräch mit unserer Redaktion. Als Orientierung für die Auszeichnung wurden deswegen die bundesweit gültigen Standards für Museen gewählt. Sie wurden im Jahr 2006 vom Deutschen Museumsbund und dem deutschen Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates (IOCM) festgelegt. Zu den Standards gehören unter anderem Exponate und Räumlichkeiten selbst, auf deren Grundlage die weitere Arbeit aufgebaut wird, eine angemessene Lagerung der geschichtlichen Gegenstände oder das pädagogische Angebot.

Damit ein Museum das Gütesiegel verliehen bekommt, muss es einen umfangreichen Prozess durchlaufen. Der Prozess bis zur Verleihung des Prädikats besteht aus fünf Bausteinen. In einer ersten Selbstauskunft der Museen beschreiben diese ihre derzeitige Arbeit, die anschließend von Fachleuten analysiert wird. Gemeinsam mit den Museen werden Konzepte entwickelt, um die Qualität zu steigern. „Dadurch fängt man überhaupt erst einmal an, seine Arbeit zu reflektieren“, sagte Fok, dessen Museum unter anderem ein historisches Jagdservice aus dem Bestand des Fürsten Clemens August beherbergt. Während der gesamten Bewerbungsphase stehen die Fachleute beratend zur Seite. „Die Museen werden dafür sensibilisiert, ihre Schwachstellen zu finden und an diesen zu arbeiten“, erklärte Wiese. Fok war besonders von der guten Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Siegelkommission überzeugt: „Wir hatten zu jeder Zeit Ansprechpartner, wenn wir uns in bestimmten Dingen unsicher waren oder es neue Entwicklungen gab, von denen wir noch nichts mitbekommen hatten.“

Für sieben Jahre gültig

Neben der Konzeptentwicklung werden von den Museen Weiterbildungen in Form von verschiedenen Seminaren verlangt. Zum Abschluss muss einer Expertenkommission ein Bericht vorgelegt werden, der die vorangegangen Prozesse und Entwicklungen beschreibt. Die unabhängige Jury, zu der unter anderem Museumsleiter aus ganz Deutschland gehören, beurteilt die gesamten Bewerbungsunterlagen und geben Empfehlungen ab, ob das Gütesiegel verliehen werden sollte. Pro Jahr gibt es rund zehn bis 15 Bewerber. „Manche Bewerber brauchen mehr als ein Jahr, bis alle Standards erreicht sind. Manche schaffen es auch gar nicht“, sagte Wiese.

Für die Museen hat die Auszeichnung einen hohen Stellenwert. „Das Siegel macht nach außen sichtbar, dass wir gute, nachhaltige Arbeit leisten“, sagte Queckenstedt.

„Es gibt drei Gruppen, die von der Auszeichnung profitieren“, erklärte Wiese. „Zum einen die Museen selbst, da sie ihre Strukturen verbessern. Außerdem die Träger, schließlich ist es auch eine Anerkennung für ihre Arbeit. Und als Drittes die Förderinstitute.“ Diese würden bei der Auswahl der Einrichtungen, die für Fördermittel infrage kommen, häufig darauf achten, ob diese das Museumsgütesiegel tragen.

Das Gütesiegel ist zunächst für sieben Jahre gültig. Anschließend müssen die Museen sich erneut den Bewerbungskriterien stellen, ob sie das Siegel auch weiterhin behalten können. Von den 725 Museen in Niedersachsen haben bislang 117 das Prädikat erhalten.


In diesem Jahr gehören neben den regionalen Museen aus Sögel und Osnabrück außerdem folgende Einrichtungen dazu:

  • Schlossmuseum Braunschweig
  • Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
  • Heimatmuseum Leer
  • Museum Nienburg / Weser
  • Deutsches Pferdemuseum, Verden (Aller)
  • Hoffmann-von-Fallersleben-Museum, Wolfsburg
  • Haus im Schluh – Heinrich Vogeler Sammlung Worpswede