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06.02.2018, 16:16 Uhr TROTZREAKTION

Berlinale-Pressekonferenz: Kosslick sagt Nein

Kommentar von Daniel Benedict

Dieter Kosslick, Berlinale-Direktor (links) und Thomas Hailer, Berlinale-Kurator sprechen bei der Pressekonferenz für die 68. Berlinale. Foto: Britta Pedersen/dpaDieter Kosslick, Berlinale-Direktor (links) und Thomas Hailer, Berlinale-Kurator sprechen bei der Pressekonferenz für die 68. Berlinale. Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin. Den größten Lacher erntet Dieter Kosslick mit einem einzigen Wort: „Nein“, sagt der Festival-Chef auf die Frage, ob sein Programm politisch wird.

Da hatte sich wohl ein Neuling in die Pressekonferenz gemogelt: Seit die Berlinale im Kalten Krieg Ost und West zusammenbrachte, ist das Politische ihr Markenkern.

Daran ändert sich auch im 68. Jahrgang nichts. Genauso wenig wie an der lustvollen Überforderung, die die Berlinale schon mit der schieren Masse von fast 400 Filmen betreibt. Ungewohnt ist die Nonchalance, mit der das Festival den Anspruch auf Programmatik zurückweist: Üblicherweise formulieren die Sektionsleiter auf der Auftaktkonferenz wenigstens ein paar übergeordnete Gedanken. Diesmal stellten sich nur Kosslick und sein Kurator vor die Presse – um ohne viele Worte direkt zu Fragen aufzurufen.

Das wirkt wie die Trotzreaktion eines Festivalleiters, den die Debatte um seine Nachfolge verletzt hat; ein offener Brief von 79 Filmemachern hatte sie zuletzt noch kräftig aufgeheizt. Schade. 2019 leitet der scheidende Chef noch einmal eine Berlinale-Pressekonferenz. Hoffentlich wird dann wieder mehr fabuliert.


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