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04.02.2018, 18:07 Uhr KRITIK AN MATTHIAS HARTMANN

Der Preis für die Spitzenleistung in der Kunst

Von Dr. Stefan Lüddemann


Atmosphäre der Angst? Theatermacher Matthias Hartmann steht in der Kritik. Foto: dpaAtmosphäre der Angst? Theatermacher Matthias Hartmann steht in der Kritik. Foto: dpa

Osnabrück. Wieviel Druck ist auf der Bühne und am Set erlaubt? Künstlerische Spitzenleistungen fordern einen hohen Preis. Ist er wirklich gerechtfertigt?

Hat die #MeToo-Debatte jetzt auch die Theaterwelt erreicht? Die Vorwürfe, die Mitarbeiter nun gegen den ehemaligen Intendanten des Burgtheaters, Matthias Hartmann, erheben, weisen in diese Richtung. Dabei geht es noch um eine andere Frage, die auch in das Zentrum der Debatte um sexuelle Übergriffe und Missbrauch führt: Wie viel Druck darf bei künstlerischen Produktionen auf Menschen ausgeübt werden? Was ist daran noch produktiv? Hier weiterlesen: #MeToo auf der Opernbühne - Debatte um neue Carmen-Version.

Regisseure sprechen gern davon, dass sie alles aus ihren Darstellern herausholen wollen. Im Hinblick auf manche Hochschule heißt es, dass Schauspielschüler erst gebrochen werden müssten, um sie dann neu wiederaufzubauen. Künstlerische Spitzenleistung gibt es offenbar nur mit viel Druck. Hier weiterlesen: Der Fall Dieter Wedel - eine Tragödie für alle Beteiligten.

Aber muss das wirklich so sein? Sind künstlerische Spitzenleistungen wirklich nur um den Preis der menschlichen Entwürdigung zu haben? Die Debatten um Demütigung und Missbrauch rücken jedenfalls in den Blick, was auf der Bühne oder am Filmset gern verdrängt wird: steile Hierarchien, persönliche Abhängigkeiten, Pression an der Grenze zur Herabsetzung. Es ist höchste Zeit für eine neue Transparenz.


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