Geldgeber dringend gesucht Wie geht es weiter mit der „Lichtsicht“?

Von Dr. Stefan Lüddemann


Bad Rothenfelde. Wie geht es weiter mit der „Lichtsicht“? Die sechste und bislang letzte Ausgabe geht am 11. Februar zu Ende. Noch einmal strahlt Bad Rothenfelde im Glanz der Kunstprojektionen. Noch aber ist unklar, wer die Fortsetzung der Biennale finanzieren würde.

Rund 900000 Euro soll die siebte „Lichtsicht“ kosten. Diese Zahl nennt Klaus Rehkämper, Bürgermeister der Gemeinde Bad Rothenfelde. 135000 Euro könnten laut Rehkämper von der Gemeinde kommen, sofern der Rat zustimmt. 150000 will der Unternehmer und Kulturförderer Heinrich W. Risken beisteuern. 615000 Euro fehlen noch. Rehkämper sucht derzeit nach möglichen Geldgebern. Bislang ohne den durchschlagenden Erfolg. „Wir sind gefühlt recht allein unterwegs“, sagt er. Hier weiterlesen: „lichtsicht“ - doch eine Chance für die siebte Ausgabe?

Hotspot der Kunst

Der Kurort bei Osnabrück ist seit 2007 mit der Biennale für Projektionskunst zum Hotspot der Kunst avanciert. Die „Lichtsicht“ beschert dem Ort alle zwei Jahre mit riesigen Videopräsentationen glanzvolle Auftritte. Zuletzt waren mit Videostar Robert Wilson und Documenta-Künstler William Kentridge große Namen der Kunstszene in dem 7500-Einwohner-Ort präsent. Hier weiterlesen: Lichtsicht - Doch noch Gelder von der Risken-Stiftung?.

In öffentliche Hände

Heinrich W. Risken, Unternehmer und Kulturförderer, hatte das Kunstformat bislang aus den Mitteln seiner Stiftung allein ermöglicht. Nach zehn Jahren hat er seinen Kurs geändert. „Wir wollten für die ,Lichtsicht‘-Projektions-Biennale immer nur die Initialzündung geben. Jetzt ist der Zeitpunkt dafür gekommen, dieses Engagement zu beenden“, sagte Heinrich W. Risken im Mai 2017. Das Kunstereignis solle jetzt in öffentliche Hände gegeben werden, sagt er jetzt und stellt 150000 Euro für die „Lichtsicht 7“ bereit. Eine dauerhafte Zusage ist das nicht. Hier weiterlesen: „lichtsicht“ 2015 - interaktive Kunst im Test.

Votum der Gemeinde

Jetzt drängt die Zeit. Mit dem Ende einer Ausgabe der „Lichtsicht“ müsste die Arbeit an der nächsten Edition beginnen. Rehkämper will zunächst ein Votum der Gemeinde für das Kunstformat herbeiführen. Am 12. Februar soll sich der Tourismusausschuss der Gemeinde nach Rehkämpers Wunsch für die „Lichtsicht“ aussprechen. Mit seinem Antrag verbindet der Bürgermeister auch den Vorschlag einer Förderung der „Lichtsicht“ mit 135000 Euro. „Wir sind gefordert, im Bereich der Kultur etwas zu bieten“, sagt Rehkämper und meint damit ein klares Bekenntnis zur „Lichtsicht“. Hier weiterlesen: Wie war die „lichtsicht“ 2015? Die Besprechung.

„Qualität halten“

„Die Politik tut sich bislang schwer“, vermisst unterdessen Heinrich W. Risken ein Votum für das Kunstformat. Zugleich fordert er: „Das Qualitätsniveau müssen wir halten.“ Risken hatte mit Manfred Schneckenburger, dem ehemaligen Leiter der Documenta, und Peter Weibel, dem Chef des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe, starke Kuratoren verpflichten können. Die bestückten das Programm der „Lichtsicht“ mit großen Künstlernamen. Die riesigen Gradierwerke geben bis heute mit ihren elf Meter Höhe und mehreren Hundert Meter Gesamtlänge eine sensationell große Projektionsfläche ab. Hier weiterlesen: Ende für die „lichtsicht“? - Mäzen Risken gibt kein Geld mehr.

Alle drei Jahre?

Das alles soll es auch weiter geben. „Die nächste ,Lichtsicht‘ muss zustande kommen“, sagt Heinrich W. Risken. Unterdessen regt Marion Carey-Yard, Geschäftsführerin der lichtsicht gemeinnützige gmbh, an, „das Geschäftsmodell“ der „Lichtsicht“ zu überdenken. Weniger Künstler, eine Ausrichtung nur noch alle drei Jahre – das könnten Wege sein, um die Kosten nach ihrer Einschätzung niedrig zu halten. Die Suche nach Förderern gestaltet sich unterdessen schwierig. Der Landkreis Osnabrück möchte sich zur „Lichtsicht“ und ihrer möglichen Förderung zum Beispiel jetzt nicht äußern. Es gehe um „ein sehr vielschichtiges Thema“, heißt es auf Anfrage. Hier weiterlesen: Zehn Jahre „lichtsicht“ - Retrospektive zum Jubiläum.