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31.01.2018, 16:58 Uhr KOMMENTAR

Streit am Humboldt Forum über den Einfluss des Bundes

Kommentar von Ralf Döring

Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien. Foto: Maurizio Gambarini/dpaMonika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Osnabrück. Monika Grütters möchte im Humboldt Forum einen Intendanten einsetzen. Das Land Berlin möchte das nicht. Der Konflikt zeigt: Hier verlaufen die Konfliktlinien der Kulturpolitik.

Kultur ist Ländersache, im Wesentlichen zumindest. Das wollten die Verfassungsväter einst so, auf Grund bitterer Erfahrungen mit einer zentralisierten Kultur im Dritten Reich. Fragt sich nur, ob diese föderale Struktur noch zeitgemäß ist. Staatskulturministerin Monika Grütters meldet da Zweifel an, die Bundesländer beharren auf die verfassungsgemäße Hoheit.

Dieser Disput bildet sich nun im Humboldt Forum ab: Das Land Berlin pocht auf Autonomie, die Bundesministerin auf klare Hierarchien. Welches Modell ist besser? Darauf gibt es vermutlich keine eindeutige Antwort. Natürlich will sich der vom Land Berlin berufene Kurator Paul Spies nicht in seine Arbeit hineinreden lassen. Auf der anderen Seite baut und betreibt der Bund über die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss die Einrichtung ganz maßgeblich. Das verleiht dem Wort des Bundes gehöriges Gewicht.

Gleichzeitig passt das zum Bestreben von Ministerin Grütters, eine Art Bundeskultur zu definieren. Ob sie dabei immer goldrichtig liegt – etwa indem sie die Berliner Philharmoniker mit Bundesmitteln fördert –, sei dahingestellt. Doch es zeigt sich beim Zwist um das Humboldt Forum: Die Zuständigkeiten für Kultur müssen neu gedacht und womöglich neu geregelt werden.