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24.01.2018, 13:22 Uhr „FACK JU“ VOR EU-GERICHT

Muss man „Fack ju Göhte“ jetzt schon verteidigen?

Kommentar von Daniel Benedict

Zu vulgär für Markenschutz: Die Constantin unterliegt vor einem EU-Gericht im Kampf um Markenschutz für seinen „Fack ju Goethe“-Filmtitel. Hier ein Premierenfoto mit dem Star der Trilogie Elyas M’Barek.Foto: Ursula Düren/dpaZu vulgär für Markenschutz: Die Constantin unterliegt vor einem EU-Gericht im Kampf um Markenschutz für seinen „Fack ju Goethe“-Filmtitel. Hier ein Premierenfoto mit dem Star der Trilogie Elyas M’Barek.Foto: Ursula Düren/dpa

Berlin. Weil der Filmtitel „Fack jGöhte“ vulgär ist, genießt er einem EU-Gericht zufolge keinen Markenschutz. Ist das gerecht? Ein Kommentar.

Die „Fack ju Göhte“-Filme können keine Marke sein, weil ihr Titel vulgär ist. Verwirrend. Vor ein paar Jahren hatte Mario Barth sich noch eine (nicht mal selbst erfundene) Zote als Marke sichern lassen: „Nichts reimt sich auf Uschi“. Kenner werden bestätigen, dass Barth und die „Fack ju“-Reihe genau gleich vulgär sind. Das kränkt schon mal das Rechtsempfinden.

Vor allem reproduziert das neue Urteil eine alte Verwechslung: die von Autor- und Figurenrede. Was immer man von Bora Dagtekin hält. Wie man „Fuck you“ schreibt, weiß er ganz sicher. Im Titel spricht sich also nicht der Regisseur aus – sondern eine fiktive Schülerschaft, die nicht mal ihr eigenes Gestammel buchstabieren kann.

Das Schlimmste am Quäl-Urteil ist damit: Es zwingt, drei unerträglich dumme Filme zu verteidigen. Die Welt braucht weder Gehstöcke noch Fettentferner mit „Fack ju“-Logo, für die der Markenschutz unter anderem beantragt wurde. Und schon gar keine Lehr- und Unterrichtsmittel. Wenn die Constantin das alles aber unbedingt konkurrenzlos verkaufen will, dann sollte sie das Recht dazu haben.

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