Aus London kommt das Okay Hauptrollen für „Les Misérables“ in Tecklenburg besetzt

Von Ruth Jacobus

Patrick Stahnke spielt in Les Miserables Jean Valjean. Foto: Freilichtspiele TecklenburgPatrick Stahnke spielt in Les Miserables Jean Valjean. Foto: Freilichtspiele Tecklenburg

Tecklenburg. Die Anspannung lässt so langsam nach. Das darf sie auch nach fast fünf Monaten Stress und Nervosität. Das Casting für das Musical „Les Misérables“ ist abgeschlossen, die Hauptrollen sind besetzt. Jetzt heißt es erst einmal durchatmen beim Team der Freilichtspiele.

Denn solch ein aufwendiges Verfahren wie bei diesem Musical haben Intendant Radulf Beuleke und Frederic Beuleke von der Bühne noch nicht erlebt. Der Grund: Der Londoner Produzent Cameron Macintosh, bei dem die Rechte für das Erfolgsstück liegen, hatte sich vorbehalten, alles abzusegnen – oder eben nicht: die Darsteller, das Bühnenbild, die Kostüme, und das bis ins kleinste Detail.

„Das ganze Ensemble wurde durcheinandergewürfelt. Wir waren dankbar, wenn ein Darsteller bestätigt wurde“, schildert der Intendant. Von jedem galt es, Bewerbungsunterlagen und Videos nach London zu schicken und auf das Abnicken zu warten. Das Problem für Tecklenburg: Die Freilichtspiele schließen mit vielen Darstellern Koppel-Verträge ab. Konkret heißt das: Künstler spielen nicht nur in „Les Misérables“ mit, sondern auch im Musical „Spamalot“. Dessen Besetzung musste also warten, bis London alles abgenickt hatte.

Mit Patrick Stanke, Kevin Tarte und Milica Jovanovic werden in „Les Misérables“ erfahrene Darsteller auf der Bühne stehen, die in Tecklenburg bereits so manchen Erfolg gefeiert haben. Neu dabei ist unter anderem David Jakobs, der in München derzeit als Quasimodo in „Der Glöckner von Notre Dame“ gefeiert wird.

Chorsänger gesucht

Die Regie übernimmt Ulrich Wiggers. Für die Choreografie zeichnet Kati Heidebrecht verantwortlich, Die Kostüme entwirft Karin Alberti. Das Bühnenbild kommt von Susanna Buller. Tjaard Kirsch übernimmt die musikalische Leitung.

Ein gewohnt üppiges Bild und große Optik sollen dem Publikum geboten werden – schließlich spielt das Stück in Paris während der Revolution. Bis jetzt sind rund 80 Darsteller gefunden. „Ich wünsche mir 100“, so Radulf Beuleke. Soll heißen: Chorsänger, die Zeit und Lust haben, in den insgesamt 26 Vorstellungen mitzuwirken, sind willkommen.

Gesucht werden außerdem noch Unterkünfte für die Darsteller, im Idealfall in Tecklenburg, so dass die Bühne fußläufig erreicht werden kann. Besucher des Musicals, die sich frühzeitig Karten gesichert haben, haben auch bereits Quartiere gebucht – ein Problem für die Bühne. „Es sieht relativ schlecht aus“, schildert Radulf Beuleke die Lage.

Viele Tickets schon weg

Es sind nicht gerade wenige, die den Vorverkauf nutzen. Rund 24.000 Karten sind bereits weg. Frederic Beuleke nennt eine Vergleichszahl: Im vergangenen Jahr bei „Rebecca“ waren es zum gleichen Zeitpunkt 18.000 Karten. Auch wenn der Vorverkauf sehr gut laufe, gebe es für alle Vorstellungen noch Karten. „Wer schöne Plätze haben will, dem empfiehlt sich eine frühe Bestellung.“

Der weitaus größte Teil der Besucher kommt aus Deutschland, gefolgt von den Niederlanden und Österreich. Auf dem vierten und fünften Platz: China und Japan.