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12.01.2018, 16:23 Uhr KOMMENTAR

Vage Leitlinien: Die Kulturpolitik von SPD und CDU/CSU

Ein Kommentar von Ralf Döring


Mit Bundesmitteln renoviert: Die Berliner Staatsoper Unter den Linden. Ein Modell für die Neuordnung künftiger Kulturpolitik? Foto: Jens Kalaene/dpaMit Bundesmitteln renoviert: Die Berliner Staatsoper Unter den Linden. Ein Modell für die Neuordnung künftiger Kulturpolitik? Foto: Jens Kalaene/dpa

Osnabrück. Eine Seite widmet das Papier mit den Ergebnissen der Sondierungsgespräche von SPD und CDU/CSU der Kultur. Darin enthalten: Allgemeinplätze und eine kleine Hoffnung. Ein Kommentar.

Niemand zweifelt mehr ernsthaft an der Bedeutung von Kunst und Kultur für die Identitätsbildung des Einzelnen und der Gesellschaft. Deshalb musste sich bei den Sondierungsgesprächen vermutlich niemand verbiegen, um „Kultur und (kulturelle) Bildung“ als Schlüssel zur „echten Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben“ zu benennen. So oder so ähnlich formulieren das Sonntagsredner aller Couleur regelmäßig.

Im Alltag definiert häufig die Finanzierbarkeit die Grenze des Machbaren. Und da macht das Sondierungspapier in einem Nebensatz einen interessanten Vorschlag. Man wolle, heißt es, „gemeinsam mit Ländern und Kommunen dafür sorgen, dass die kulturelle Infrastruktur und das kulturelle Erbe erhalten, gestärkt und modernisiert werden“. Dabei geben in Deutschland die Länder die Leitlinien für Kultur und Bildung vor, die die Kommunen dann ausführen. Unter finanzieller Not ächzende Städte und Gemeinden führen aber vor, dass dieses System an seine Grenzen stößt. Vielleicht formuliert ein kleiner Nebensatz den Beginn einer sinnvollen Neuordnung der Kulturlandschaft.


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