Moschee in Köln Gläubige des Islam werden mit Lautsprechern zum Gebet gerufen

Von dpa | 14.10.2022, 16:27 Uhr | Update am 17.10.2022

Wer neben einer Kirche wohnt, kennt das: Zur vollen Stunde ertönt tagsüber oft der Uhrschlag. Und zum Gottesdienst läuten die Glocken. Dabei kann es ganz schön laut werden. Wie auch im Islam, wenn die Gläubigen zum Gebet gerufen werden.

Wer neben einer Moschee für Gläubige der Religion Islam wohnt, hört in Deutschland hingegen keine Glocken. Eigentlich gibt es im Islam die Tradition, dass ein Muezzin fünfmal am Tag zum Gebet ruft. Aber das ist bei uns häufig nicht erlaubt.

Nur in einigen Städten dürfen Moscheegemeinden zum Beispiel für das besonders wichtige Freitagsgebet die Gläubigen rufen. An diesem Freitag erklang auch an der riesengroßen Zentralmoschee in der Stadt Köln erstmals der Gebetsruf über Lautsprecher. Die Lautstärke ist dabei laut einem Vertrag begrenzt: nur direkt neben der Moschee konnte man den Ruf wahrnehmen.

Trotzdem störten sich einige Menschen daran. Sie demonstrierten gegenüber der Moschee. Einige finden etwa, dass Religion auf Straßen und Plätzen nichts zu suchen habe. Die Oberbürgermeisterin von Köln hatte den Gebetsruf aber zugelassen, weil sie findet: Jeder hat das Recht, seine Religion frei auszuüben.

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