Beliebtes Würfelspiel Karl kniffelt vor dem Unterricht

Von dpa | 14.10.2022, 08:00 Uhr

Egal ob klein oder groß, ob jung oder alt: Das Würfelspiel Kniffel ist bei vielen Leuten beliebt. Auch Karl kniffelt gern - mit seiner Familie und auch mal vor dem Unterricht.

Karl mag Monopoly oder auch Mensch ärgere Dich nicht. Ein Spiel, das der sieben Jahre alte Junge auch gerne zwischendurch spielt, ist das Würfelspiel Kniffel. Manchmal kniffelt er noch schnell, bevor der Unterricht beginnt.

„Es ist ein sehr schönes Spiel!“, sagt Karl. Und einfach ist es auch. Jeder kann es spielen. Man braucht nur ein paar Würfel in einem Becher und Schreibzeug. Schon kann es losgehen!

Glück und Taktik beim Spielen

Beim Kniffeln wird ständig gewürfelt. Dafür braucht man zunächst einmal Glück. Aber auch Taktik spielt eine Rolle. Etwa wenn es darum geht, wie man die gewürfelten Zahlen auf dem speziellen Kniffel-Block einträgt. „Man würfelt mit fünf Würfeln und einem Becher“, erklärt Karl. „Man knallt die Würfel auf den Tisch. Dann muss man entscheiden, welche Würfel man auswählt.“

Jeder Spieler darf dreimal hintereinander würfeln. Man sucht sich die Würfel aus, die man sammeln will. Die restlichen Würfel kommen wieder in den Becher. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, welche Würfel gesammelt werden. Man kann etwa alle Würfel sammeln, die dieselbe Zahl anzeigen. Oder auch Würfel, die die Zahlen von 1 bis 5 oder 2 bis 6 anzeigen.

50 Punkte für einen Kniffel

Einige Würfe bringen Punkte: Wenn man fünf gleiche Zahlen würfelt, ist das ein sogenannter Kniffel. Dafür erhält man 50 Punkte. Wenn man Pech hat, passen die Zahlen aber nicht. Dann kann es auch sein, dass man keine Punkte für einen Versuch bekommt.

Das Kniffeln macht Karl nicht nur Spaß, sondern ist auch nützlich: „Man lernt dadurch Kopfrechnen“, erklärt der Zweitklässler. Man muss ständig Punkte zusammenzählen oder auch malnehmen. Und am Ende werden alle gesammelten Punkte zusammengerechnet. Die Person mit den meisten Punkten gewinnt.

„Kniffel ist so beliebt, weil es recht einfach ist“, meint auch Würfelsammler Jakob Gloger. „Es gibt keine komplizierten Regeln, die man vorher durchlesen muss“. Eine große Vorbereitung braucht es also nicht.

Mehr Informationen:

Würfel gibt es schon seit mehreren Tausend Jahren. Archäologen haben herausgefunden: Schon im Ägypten der Römerzeit spielte man mit Würfeln. Aber auch in anderen Teilen der Erde.

Die Würfel sahen dabei zunächst noch nicht so aus wie heute. Sie hatten keine sechs Seiten, sondern ganz unterschiedliche Formen, erklärt Würfelsammler Jakob Gloger. „In der einen Region würfelte man mit Stabwürfeln. In anderen Regionen mit Muscheln und Schnecken oder mit Knochen von Schafen und Ziegen.“ Auf der ganzen Welt haben sich dabei mit der Zeit unterschiedliche Spiele entwickelt.

Der Würfelsammler Jakob Gloger hat in Leipzig eine eigene Ausstellung mit tausenden Würfeln. Hier findest du mehr Infos zu seiner Sammlung.

Im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig gibt es bis zum 23. Oktober eine Sonderausstellung zur Geschichte des Würfels. Lies hier mehr zu „Die Welt als Würfel. 5000 Jahre Glück im Spiel“.

Deutsche Kniffel-Meisterschaft

Unter dem Begriff Kniffel ist das Würfelspiel schon seit 50 Jahren bekannt. Es gibt sogar richtige Meisterschaften dafür. Im September fand die 2. Deutsche Kniffel-Meisterschaft in Leipzig statt. Das ist eine Stadt im Bundesland Sachsen. Auch Karl war bei dem Wettbewerb dabei.

Eine Strategie hatte er dabei nicht. Er würfelte und schaute einfach spontan, welche Zahlen er bekam. Am Ende des Tages gewann Karl zwar nicht die Meisterschaft. Aber er konnte sich über ein kleines Geschenk freuen.

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