Nachricht des Tages Viele Gründe für den Hunger in der Welt

Von dpa | 29.06.2022, 08:21 Uhr

Mit knurrendem Magen ins Bett: Für viele Menschen ist das Alltag. Zurzeit leiden besonders viele Frauen, Männer und Kinder weltweit unter Hunger. Warum? Und was hilft?

Die Zahlen zeigen, wie schlimm die Krise ist: 345 Millionen Menschen auf der Welt müssen hungern. Das sind etwa viermal so viele Menschen, wie in Deutschland leben. Besonders schlimm ist die Lage etwa in den Ländern Äthiopien, Jemen und Somalia in Afrika. 

Sieben reiche Länder haben jetzt beschlossen, diesen Menschen stärker zu helfen. Auch Deutschland ist dabei. Sie wollen den Menschen mehrere Milliarden Euro geben. Mehr dazu erfährst du hier.

Was bedeutet die Hungerkrise?

Die Menschen haben nicht ausreichend zu essen und nichts, was wirklich gesund ist. „Morgens gibt es vielleicht einen Brei aus Mais zum Frühstück, aber dann den ganzen Tag gar nichts mehr“, erklärt Simone Pott von der Welthungerhilfe. Selbst wenn es abends noch eine kleine Mahlzeit gibt, gehen sie mit knurrendem Magen ins Bett. Das führt dazu, dass Kinder in der Schule unkonzentriert und müde sind und dass auch die Erwachsenen weniger leisten können. Außerdem können die Menschen schneller krank werden. Im schlimmsten Fall sterben sie. 

Hat auch der Krieg in der Ukraine mit dem Hunger zu tun?

Ja. In der Ukraine wird viel Getreide angebaut. Doch das kann gerade nicht in andere Länder gebracht werden und fehlt dort. Es gibt aber noch mehr Gründe für die Hungersnot. „Der Hunger ist auch eine Folge des Klimawandels“, sagt Simone Pott. In Äthiopien etwa habe es zum vierten Mal hintereinander nicht genug geregnet. Anderswo hätten Unwetter die Ernten zerstört. Auch Kriege und Konflikte in den Ländern haben zur Hungersnot beigetragen. „Wenn Menschen vor Konflikten fliehen müssen, können sie sich nicht mehr um ihre Felder kümmern“, sagt die Fachfrau. Hinzu kam dann auch noch Corona. Menschen haben ihre Arbeit verloren, weil etwa Märkte geschlossen waren, auf denen die Leute vorher etwas verkauft haben.  

Was bringt es, wenn die sieben reichen Länder nun Geld geben?

„Das Geld ist gut und wichtig. Aber es wird nicht ausreichen“, sagt Frau Pott. „Außerdem bringt Geld allein nichts. Wir müssen verändern, wie Nahrungsmittel vom Acker auf den Teller kommen.“ Ein Beispiel: Oftmals fehlen gute Lagerhallen, deswegen werden Gemüse oder Getreide schnell schlecht. So fehlen den Menschen Nahrungsmittel und Einnahmen aus Verkäufen. Um den Hunger zu besiegen, sei es außerdem wichtig, Konflikte zu beenden und gegen den Klimawandel vorzugehen, fordert Simone Pott.

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