Flucht von Kiew nach Berlin Masha und ihre Mutter hatten Glück im Unglück

Von dpa | 19.10.2022, 10:47 Uhr | Update am 19.10.2022

Fast acht Monate ist es her, dass in der Ukraine ein Krieg begonnen hat. Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Viele von ihnen sind nach Deutschland geflüchtet. Darunter sind auch Masha und ihre Mutter. Sie haben uns erzählt, wie es ihnen ergangen ist.

Glück im Unglück haben sie gehabt, finden die 14-jährige Masha und ihre Mutter Natasha. Als sie vor acht Monaten vor dem Krieg flüchten mussten, erhielten sie in Deutschland viel Hilfe.

Eine gemeinsame Wohnung in Berlin

In der Stadt Berlin bot ihnen jemand eine Wohnung an. Deshalb müssen die beiden nicht wie andere Geflüchtete mit vielen Menschen in einer großen Sammelunterkunft leben. Dinge wie Kleidung und Kosmetika bekamen sie aus Spenden. „Jede von uns hatte ja nur einen kleinen Rucksack dabei“, sagt Masha.

Geld für Schulsachen und Möbel

Obwohl Mutter Natasha kein Deutsch spricht, ist es ihr gelungen, bei Ämtern finanzielle Hilfe zu beantragen. Mit dem Geld können sie sich nun kaufen, was sie im täglichen Leben brauchen. Masha geht in Berlin zur Schule. Für Hefte, Stifte und andere Schulmaterialien bekam Mashas Mutter ebenfalls Geld.

Auch ein paar Möbel konnten sie kaufen, um die Wohnung etwas herzurichten. Die Wohnung hat nur ein Zimmer, das sich Masha mit ihrer Mutter teilen muss. „Wir verstehen uns gut, aber manchmal würde ich gerne allein in meinem eigenen Zimmer sein“, sagt das 14-jährige Mädchen.

Mehr Informationen:

Die Schulsachen von Kindern wie der 14-jährigen Masha aus der Ukraine bezahlt der Staat. Diese Hilfe hat einen schwierigen Namen: Bildungs- und Teilhabepaket, abgekürzt BuT. Sie ist für Kinder gedacht, deren Eltern nicht so viel Geld haben.

Sie bekommen jedes Jahr Geld für Schulsachen. Auch Klassenfahrten, Schulausflüge und das Schulessen werden bezahlt. Außerdem kann man unter anderem Zuschüsse für Freizeitkurse und Nachhilfestunden erhalten.

Eine Berliner Organisation bietet Hilfe beim Beantragen der Unterstützung an. Kontakt bekommt man über Telefon und Internet. Die Beratungen sind kostenlos und in folgenden Sprachen möglich: Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch und Arabisch. Das Angebot gilt zurzeit für die Städte Berlin, Essen, Dortmund, Duisburg und Köln. Bald sollen noch weitere Orte dazukommen.

Hier findest du die Kontaktadresse und weitere Infos.

Masha vermisst ihre Freunde

Am meisten Heimweh hat Masha aber nach ihren Freunden. „Wir sehen uns jeden Tag über das Internet, sprechen miteinander oder spielen Videospiele“, erzählt sie. Aber das ist natürlich nicht dasselbe, wie wenn man sich richtig trifft. Danach sehnt sich Masha sehr.

Rückkehr, wenn der Krieg vorbei ist

Bis es endlich so weit ist, heißt es warten. „Mama und ich haben beschlossen, dass wir erst zurückgehen, wenn der Krieg vorbei ist“, erklärt Masha. Wann das sein wird, ist ungewiss. „Jetzt, wo in der Ukraine viele Orte zurückerobert werden, habe ich die Hoffnung, dass es nicht mehr so lange dauert“, sagt das Mädchen.

Masha kocht, backt, strickt und näht

Gegen das Warten helfen Masha ihre Hobbys. „Ich koche, backe und stricke“, erzählt die 14-Jährige. Auch das Nähen hat sie für sich entdeckt: „So kann ich die gespendeten Kleider umnähen.“ Stolz zeigt sie das T-Shirt, das sie sich passend gemacht hat.

Tanzen zu Hip-Hop und K-Pop

Seit kurzem besucht Masha auch einen Hip-Hop-Kurs. „Der Lehrer kommt wie ich aus Kiew“, sagt sie. Das ist die Hauptstadt der Ukraine. Eigentlich mag Masha lieber zu Korean Pop tanzen, aber der Kurs ist auf Deutsch. Das kann sie noch nicht so gut. „Zu K-Pop tanze ich zu Hause, ganz für mich allein“, verrät sie.

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