Pop Art von Roy Lichtenstein Der Künstler mit den Punkten und Sprechblasen

Von dpa | 29.09.2022, 06:00 Uhr

Punkte waren sein Ding. Und Sprechblasen! Genauso wie Wörter, die man eher aus Comics kennt: „Whaam!“ oder „Pow!“ zum Beispiel. Roy Lichtenstein machte eine besondere Art von Kunst. Man nennt sie Pop Art. Hier kannst du nachlesen, was seine Kunst ausmacht.

Der Künstler Roy Lichtenstein

„Ist er der schlechteste Künstler der USA?“ Diese Frage stellte einmal ein berühmtes Magazin. Der Künstler, um den es in dem Artikel ging, war Roy Lichtenstein. „Er war ein sehr selbstkritischer Mensch. Es dauerte lange bis er selbst an seinen Erfolg glaubte. Daher machte ihm der Artikel wohl ziemlich zu schaffen“, sagt die Fachfrau Davina Ziska.

Aber warum schrieb das Magazin überhaupt so etwas? Roy Lichtenstein machte eine Art von Kunst, die man Pop Art nennt. Diese war vor rund 60 Jahren sehr angesagt.

Berühmte Bilder von Roy Lichtenstein im Museum Ludwig in Köln

Davina Ziska steht in einem Ausstellungsraum des Museums Ludwig in Köln. An der Wand hängt ein großes, viereckiges Bild. Es zeigt eine Frau mit blonden Haaren und blauen Augen. Sie sieht traurig aus. Anscheinend hat sie vergeblich auf einen Mann gewartet: „Vielleicht ist er krank geworden und kann das Atelier nicht verlassen“, steht auf Englisch in einer Sprechblase geschrieben. Das Bild gehört zu den berühmtesten Werken von Roy Lichtenstein.

Kunstwerke, die von Comics inspiriert sind

Das Bild sieht aus, als wäre es aus einem Comic - und tatsächlich stammt die Vorlage aus einem solchen Heft. „Roy Lichtenstein war ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Er schnitt Comics und Zeitungsanzeigen aus und sammelte alles in seinen Notizbüchern“, berichtet Davina Ziska.

Auf den ersten Blick wirkt das Bild, als wäre es vergrößert und gedruckt worden. Wenn man herantritt, kann man aber erkennen, dass es gemalt ist. Man sieht die Leinwand, Pinselstriche und einzelne Punkte. Die sind typisch für Roy Lichtenstein.

Der Trick mit den Pünktchen

Die Pünktchen haben einen speziellen Namen: Man nennt sie „Benday Dots“. Erfunden hat sie ein Mann namens Benjamin Day. Wenn man dicht vor dem Bild steht, sieht man zum Beispiel die einzelnen roten Punkte, mit denen das Gesicht der Frau gestaltet ist. Wenn man weiter weg geht, verschwimmen die Punkte zu einer großen farbigen Fläche. Das ist ein raffinierter Trick.

Die Farben und Sprechblasen sind typisch für Roy Lichtenstein

Auch bei den Farben machte Roy Lichtenstein etwas anders als andere Künstler. Er benutzte hauptsächlich die Primärfarben, also gelb, rot und blau.

Durch seine Art zu malen wirken die Bilder überhaupt nicht spontan, sondern geplant und perfekt. Kritiker behaupteten deshalb, Roy Lichtenstein habe kein Talent und würde einfach nur Comics abmalen. Doch der Maler packte in seine Bilder auch immer etwas Neues hinein. Zum Beispiel etwas Witziges oder Kritisches durch die Sprüche in den Sprechblasen. Die sind auch typisch für Roy Lichtenstein.

Ein weltberühmter Künstler

Im Laufe seines Lebens probierte er unterschiedliche Kunstrichtungen aus. Mit seinen Pop-Art-Bildern wurde Roy Lichtenstein weltberühmt. Vor 25 Jahren starb der Künstler. Seine Bilder zählen noch immer zu den berühmtesten Kunstwerken und sind viel Geld wert.

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