Pipelines in der Ostsee Gasröhren wohl mit Absicht zerstört

Von dpa | 28.09.2022, 16:35 Uhr | Update am 29.09.2022

Es blubbert und blubbert. Und das gleich an drei Stellen in der Ostsee. Der Grund: Mehrere dicke Gasröhren unter Wasser sind beschädigt. Diese werden auch Pipelines genannt. Sie transportieren normalerweise Erdgas von Russland nach Deutschland.

Zerstörung durch einen Anschlag

Das Gas wird zum Beispiel zum Heizen oder in Firmen verwendet. Klar ist bisher, dass es mehrere Explosionen gab. Zunächst überlegten manche Leute noch, ob es Unfälle gegeben haben könnte.

Mittlerweile gehen zahlreiche Politikerinnen und Politiker aber davon aus, dass es ein Anschlag war. Möglich wäre zum Beispiel, dass Taucher Sprengsätze von außen an den Pipelines befestigt haben.

Es ist noch viel Gas in den Leitungen

Wer dahinterstecken könnte, war am Mittwoch zunächst nicht klar. Als die Pipelines Nord Stream 1 und 2 beschädigt wurden, floss kein Erdgas nach Deutschland durch. Trotzdem war noch viel Gas in den Leitungen. „Leider kann das Gas nicht eingefangen oder bekämpft werden“, sagte ein Sprecher der Küstenwache.

Sicherheitszonen um die Gaslecks

Fachleute gehen davon aus, dass es ein bis zwei Wochen dauern wird, bis die Blasen aufhören. Erst dann können die Schäden genauer geprüft werden. Um die Lecks wurden Sicherheitszonen eingerichtet, damit kein Schiff aus Versehen dorthin fährt.

Fachleute überlegen außerdem, wie Pipelines und andere wichtige Leitungen und Gebäude besser geschützt werden können.

Mehr Informationen:

Aus mehreren Lecks strömt das Erdgas aus den Gasröhren im Meer. Die Röhren waren eigentlich dazu gedacht, Gas von Russland nach Deutschland zu transportieren. Doch nun blubbert es in großen Mengen aus der Ostsee und verteilt sich in der Luft. Wie schlecht ist das Erdgas für das Klima?

Ein Forscher sagte dazu am Mittwoch: „Das Klimageschehen wird dadurch nicht verändert.“ Die Menge an Gas sei vergleichsweise gering.

Andererseits besteht Erdgas hauptsächlich aus dem klimaschädlichen Gas Methan. Es wird auch von Vulkanen ausgestoßen. Oder von Rindern und Schafen, wenn sie ihr Futter verdauen. In größeren Mengen trägt Methan dazu bei, dass sich die Erde erwärmt. Es ist deutlich klimaschädlicher als etwa CO2. 

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