Nutzung digitaler Medien Durch Smartphones und Tablets in andere Welten eintauchen

Von dpa | 07.11.2022, 17:06 Uhr | Update am 08.11.2022

Tablet, Smartphone, Fernseher: Kinder haben zuletzt viel mehr Zeit vor dem Bildschirm verbracht als vor Corona. Was fasziniert uns eigentlich so an den Medien?

„Ach bitte, noch das eine Spiel! Nur das Video fertig schauen!“ Fällt es dir auch oft schwer, Tablet oder Handy beiseitezulegen? Damit bist du nicht allein.

Mehr Zeit am Bildschirm während Corona

In der Corona-Krise hat sich die Zeit, die Kinder und Jugendliche vor dem Bildschirm verbrachten, enorm erhöht. Weltweit waren es etwas mehr als vier Stunden am Tag. Diesen Mittelwert zeigt eine neue Untersuchung. Zum Vergleich: Vor Corona waren es täglich etwa 84 Minuten weniger.

Spannung und Überraschung

Aber was fasziniert uns so an Computerspielen, Filmen und sozialen Medien? Die Medienforscherin Bianca Kellner-Zotz aus München erklärt es: „Medien sind bunt, spannend und überraschend. Es gibt Geschichten von Gut und Böse. Da kommt alles vor, was ein gutes Märchen ausmacht.“ Der Unterschied sei, dass wir niemanden brauchen, der diese Geschichten vorliest oder erzählt.

Beschäftigung am Bildschirm

„Das war gerade während des Lockdowns in der Corona-Zeit auch für die Eltern praktisch. Viele hatten keine Zeit für ihre Kinder, weil sie arbeiten mussten“, sagt die Forscherin. Wer keine Ablenkung durch Freunde und Schule hatte und auch nicht auf den Spielplatz konnte, beschäftigte sich am Bildschirm.

Viele Menschen in Deutschland haben Handy, Fernseher oder Computer Zuhause: „Die Geräte sind in der Regel schnell griffbereit“, sagt die Forscherin. Das kann verlockend sein.

Neue Welten und Aufmerksamkeit von anderen

„Bei Filmen oder Spielen können wir mitfiebern, in andere Welten eintauchen, Neues kennenlernen und uns in Figuren hineinversetzen.“ Im Internet startet dann ein Video nach dem anderen, so vergessen wir die Zeit.

In sozialen Medien wie Instagram und Whatsapp bekommen wir zudem Aufmerksamkeit von anderen. „Wer ein Foto postet, freut sich über positive Reaktionen. Das wirkt wie eine Belohnung und motiviert, weitere Bilder zu veröffentlichen“, sagt Bianca Kellner-Zotz.

Kreativ sein braucht auch Langeweile

Das ständige Daddeln und Beschäftigtsein kann auch Nachteile haben. Einem fällt vielleicht nicht mehr so viel anderes ein. Die Expertin sagt: „Nur wenn Menschen richtig langweilig ist, können sie aus eigenem Antrieb Ideen entwickeln und kreativ sein.“

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