Kabel bei der Deutschen Bahn durchtrennt Wenn Züge keine Befehle empfangen können

Von dpa | 09.10.2022, 16:16 Uhr | Update am 10.10.2022

Mehr als 20.000 Züge fahren jeden Tag durch Deutschland. Damit diese nicht zusammenstoßen, ist ein Funk nötig. Doch der funktionierte in Teilen des Landes am Samstag nicht. Viele Reisende saßen an den Bahnhöfen fest.

Ein Zug kann nicht einfach irgendwo abbiegen. Er bewegt sich nur dort, wo Schienen liegen. Aber auch diese können sich mal teilen oder kreuzen. Auf diesem Netz aus Schienen sind jede Menge Züge unterwegs. Damit im großen Netz keine Unfälle passieren, muss jemand das Ganze überblicken. Dazu ist Kommunikation nötig.

Zugfunk kaputt

Genau diese Kommunikation war am Samstag bei der Deutschen Bahn unterbrochen. Genauer gesagt ging es dabei um das digitale Mobilfunksystem GSM-R, also einen Zugfunk. „Er dient der Kommunikation zwischen den Leitstellen, die den Zugverkehr steuern, und den Zügen“, sagte eine Bahn-Sprecherin. Funktioniert er nicht, können die Züge nicht fahren, weil kein Kontakt zu ihnen besteht.

Kabel mit Absicht durchtrennt

Der Grund für die Störung war ein gezielter Anschlag. Jemand hat mit Absicht zwei wichtige Kabel durchtrennt. Eines davon befindet sich in Berlin, eines in Nordrhein-Westfalen. So konnten auf den meisten Schienen in Norddeutschland stundenlang keine Züge mehr fahren, egal ob ICE oder Regionalzug.

Täter noch nicht gefasst

Wer hinter der Sache steckt, war am Sonntag noch nicht klar. Die Ermittlungen führt nun der Staatsschutz beim Berliner Landeskriminalamt. Denn so ein Anschlag auf die Deutsche Bahn bedroht den Staat Deutschland. Schließlich ist der Zugverkehr im Land eine wichtige Aufgabe des Staates.

Anschlag wohl durch Profis

Ein Fachmann sagte: Es brauche großes Wissen, um diese Kabel anzugreifen. „Es waren wahrscheinlich nicht Amateure oder Einzeltäter, sondern es war etwas, das von Profis durchgeführt wurde.“

Viele Reisende betroffen

Nach den Ausfällen der Züge am Samstagvormittag saßen viele Reisende zunächst fest. An den Bahnhöfen, zum Beispiel in Hannover, Berlin und Hamburg warteten sie, um irgendwann weiterzufahren. Erst im Laufe des Tages lief der Zugverkehr wieder.

Falls jemand an dem Tag gar nicht erst losgefahren ist: Die Tickets kann man zurückgegeben oder damit später fahren.

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