Andrea Nahles im Interview So lässt sich ein Beruf finden, der Spaß macht

Von dpa | 05.10.2022, 11:57 Uhr | Update am 05.10.2022

Was ist dein Traumjob? Diese Frage ist für manche gar nicht so leicht zu beantworten. Andrea Nahles hat viel mit dem Thema Berufe zu tun. Was sie bei der Frage nach der richtigen Arbeit besonders wichtig findet, erfährst du im Interview.

Ich werde Polizistin! Manche wissen schon ganz genau, was sie später als Beruf machen wollen. Andere sind sich da noch nicht so sicher. Andrea Nahles kennt sich mit dem Thema Berufe aus. Sie leitet eine wichtige Organisation in Deutschland: die Bundesagentur für Arbeit.

dpa-Nachrichten für Kinder erzählt sie, wie man den besten Beruf für sich findet. Außerdem nennt sie ein Beispiel, warum manche Menschen mehr und andere weniger verdienen.

Was wollten Sie als Kind werden?

Andrea Nahles: „Das war mir nicht ganz klar. Aber ich habe gemerkt: Ich bin gut mit Sprache, ich kann gut reden. Ich habe keine große Angst, vor anderen Leuten zu reden. Ich lese gerne, also irgendwas mit Sprache.“

Wie findet man den besten Beruf für sich?

Andrea Nahles: „Ich denke, man sollte sich selbst die Frage stellen: Was macht mir am meisten Spaß? Was kann ich gut?

Wenn man da eine Idee hat, ist das schon der richtige Weg zu dem Beruf, den man sucht. Wenn man unsicher ist, kann man zum Beispiel ein Praktikum machen. Also einfach mal reinschauen in einen bestimmten Beruf, um zu sehen: Gefällt einem das oder nicht?“

Warum ist es überhaupt wichtig, eine Arbeit zu haben?

Andrea Nahles: „Erst mal ist es sehr schön, wenn man etwas erschafft oder wenn man etwas gemeinsam erreicht, sich Ziele steckt und die dann schafft. Ich denke, es ist auch wichtig, dass man etwas Sinnvolles macht, was einen froh macht.

Und es ist wichtig, dass man auch Geld verdient, denn man will sich ja vielleicht auch etwas kaufen. Man möchte vielleicht in einer schönen Wohnung leben. Gleichzeitig braucht man Geld, um davon leben zu können, sich etwas zu essen zu kaufen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, Arbeit zu haben.“

Warum bekommen manche Menschen ganz viel Geld, andere aber nur ziemlich wenig, obwohl sie genauso lang arbeiten?

Andrea Nahles: „Das ist eine gute Frage. Ich will es mal an einem Beispiel erklären: Es gibt vielleicht einen Gärtner, der sehr schöne Vorgärten macht, Blumen einpflanzt, Hecken schneidet. Er hat viel zu tun. Aber wenn er abends nach Hause geht, hat er seine Arbeit gemacht und hat Freizeit.

Dann gibt es vielleicht einen Unternehmer, der eine Fabrik leitet mit vielen Hundert Menschen, die dort arbeiten.“

Was ist der Unterschied?

Andrea Nahles: „Wenn der Unternehmer eine falsche Entscheidung trifft, gefährdet er damit vielleicht die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deswegen hat er mehr Verantwortung. Er muss sehr viel mehr Abwägungen treffen, sich mehr Gedanken machen und auch viel genauer überlegen, was er tut.

Deswegen hat der Unternehmer vielleicht in der Stunde etwas mehr Geld als der Gärtner. Beide machen eine wichtige Arbeit, aber es ist doch noch mal ein Unterschied.“

Mehr Informationen:

Um einen Beruf zu erlernen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche machen nach ihrer Schulzeit eine etwa dreijährige Ausbildung in einer Firma. Für andere Berufe muss man erst eine längere Zeit an einer Universität studieren.

Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Wegen?

„Also wenn man eine Ausbildung macht, hat das einen größeren praktischen Anteil“, erklärt Andrea Nahles. „Wenn man jetzt zum Beispiel Schreiner wird, stellt man vielleicht einen Stuhl her oder ein Bücherregal. Man muss das Ganze auch berechnen, damit es nicht krumm und bucklig wird.“ Deshalb geht man für so eine Ausbildung auch zur Berufsschule. Trotzdem kann man vergleichsweise schnell mit der Arbeit anfangen.

Anders ist es zum Beispiel bei Ärztinnen und Ärzten. Sie brauchen für ihre Arbeit ein abgeschlossenes Medizin-Studium. Die Studierenden lernen unter anderem, wie der Körper aufgebaut ist, welche Krankheiten es gibt und wie man sie behandelt. Bis sie als Arzt oder Ärztin arbeiten dürfen, vergehen mehrere Jahre.

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