Kinder spenden für Kinder Schüler sammeln Spielzeug für Altersgefährten aus der Ukraine

Von Christiane Großmann | 11.04.2022, 12:59 Uhr

Vier Wochen lang sammelten Viertklässler aus der Parchimer Goethe-Grundschule Spenden für ukrainische Flüchtlingskinder. Schülerin Anabell verfasste 30 Hoffnungsbotschaften.

Zum Helfen ist man nie zu klein. Das stellten in diesen Tagen auch die Jungen und Mädchen aus der Klasse 4b der Goethe-Grundschule in Parchim eindrucksvoll unter Beweis. Sie sammelten vier Wochen lang Spenden für ukrainische Flüchtlingskinder.

Angestoßen wurde die Aktion an der Parchimer Grundschule von Carla, nachdem Klassenlehrerin Andrea Glaner mit ihren Schülern einfühlsam über die Situation der Menschen im Kriegsgebiet und auf der Flucht gesprochen hatte.

Klassenzimmer wurde zur Sammelstelle

„Carlas Idee, Spielzeug und Anziehsachen zu sammeln, wurde von allen Klassenkameraden sofort begeistert aufgenommen“, freut sich die Lehrerin über die Anteilnahme ihrer Schützlinge. Schon nach wenigen Tagen glich das Klassenzimmer in dem altehrwürdigen Schulhaus in der Parchimer Wallallee einer Sammelstelle, in der die Spenden liebevoll sortiert nach Kleidung, Spielzeug, Hygieneartikeln und anderen Dingen aufbewahrt wurden.

Kurz vor dem Start in die Osterferien unternahmen die Viertklässler dann einen Ausflug mit dem Linienbus der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim nach Plau am See, um Spielzeug und Kleidung persönlich an Betroffene zu überbringen. Als Anerkennung für ihr Engagement durften die Kinder kostenlos im Bus mitfahren. Acht prall mit Spenden gefüllte Umzugskartons hatte die Lehrerin zudem in ein Auto verstaut.

Übergabe wurde zum emotionalen Moment

An der Plauer Jugendherberge, die Geflüchteten ein vorübergehendes Obdach gewährt, wurden die Parchimer Kinder bereits von vier Altersgefährten aus der Ukraine mit ihren Mamas, einer Übersetzerin sowie dem Sprecher des Helferkreises, Andreas Theodor Schön, erwartet. In dieser Initiative haben sich sehr viele tatkräftige Menschen aus Plau am See und Umgebung in verschiedenen Teams zusammengefunden.

Persönliche Begegnung macht Situation fassbarer

Der Helferkreis versorgt ehrenamtlich Geflüchtete mit dem Notwendigsten, organisiert Sprachunterricht und unterstützt bei der Suche nach Unterkünften sowie Kinderbetreuung. Für beide Seiten sei es ein sehr emotionaler Moment, geprägt von Freude und Dankbarkeit gewesen, als die Spenden überreicht wurden, schildert Andrea Glaner. Die persönliche Begegnung mit betroffenen Altersgefährten mache die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine für ihre Schüler viel fassbarer.

Anabell schrieb 30 Hoffnungsbotschaften

„Es tut uns ganz doll leid, dass ihr euer Zuhause verlassen musstet und wir hoffen, dass bald wieder Frieden ist.“ Mit diesen ins Ukrainische übersetzten Hoffnungszeilen für die Erwachsenen gelang es Anabell, den Müttern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Sie schrieb insgesamt 30 solcher Hoffnungsbotschaften.

„Es ist sehr berührend zu sehen, was ihr da Tolles auf die Beine gestellt habt. Wir danken euch von ganzem Herzen für eure Spenden und euer Mitgefühl. Es ist toll, dass es Kinder wie euch gibt, die Menschen in Not helfen“, lobte Andreas Theodor Schön die Parchimer Viertklässler.

Abstecher zur Hubbrücke und zum Burgmuseum

Einmal in Plau, nutzten die Schüler aus der Kreisstadt natürlich die Gelegenheit zu einem Streifzug durch die schöne Seestadt in Mecklenburg-Vorpommern. Er führte zur Hubbrücke und zum Burgspielplatz. Der Plauer Heimatverein spendierte den Kids eine kostenlose Führung durch das von ihm ehrenamtlich geführte Burgmuseum. Dort gibt es jede Menge zu entdecken, zum Beispiel eine originalgetreue Schuhmacherwerkstatt aus dem 19. Jahrhundert sowie eine historische Buchdruckerei mit noch funktionsfähigen Maschinen.

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