Gesundheit im Herbst Wird man mit nassen Haaren draußen krank?

Von dpa | 07.10.2022, 14:55 Uhr | Update am 07.10.2022

Föhn deine Haare trocken, ehe du rausgehst. Sonst erkältest du dich! Solche Sätze hören Kinder gerade jetzt im Herbst wieder häufig. An der Aussage ist tatsächlich etwas Wahres dran. Lies mehr dazu hier.

Wer mit nassen Haaren raus in die Kälte geht, fängt sich einen Schnupfen oder Schlimmeres ein. Davon sind viele Eltern und Großeltern überzeugt. Sie denken, dass die Haare trocken sein müssen und man jetzt im Herbst oft noch eine Mütze braucht. Stimmt das?

Die Antwort: Ein bisschen haben die Erwachsenen schon recht. Tatsächlich kann man sich mit nassen Haaren schneller erkälten. Man wird nicht auf jeden Fall krank, aber es ist eben wahrscheinlicher. Denn wenn man wegen der Nässe mehr friert, ist es für den Körper schwerer, Krankheitserreger abzuwehren.

Wenn man friert, haben es Krankheitserreger leichter

Genauer erklären kann das der Hausarzt Jens Lassen. Er sagt: „Die nassen Haare an sich lösen keine Krankheit aus.“ Dazu brauche es Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien. „Ob man krank wird, hängt davon ab, ob diese Viren oder Bakterien es schaffen, einen krank zu machen.“

In unserem Alltag sind wir ständig von diesen Krankheitserregern umgeben. Sie begegnen uns etwa im Bus, im Klassenzimmer oder zu Hause. Manche sind in der Luft, andere an Oberflächen wie etwa Türklinken. „Wenn wir in einer sterilen Welt leben würden ohne Krankheitserreger, würden wir nie krank werden“, sagt Herr Lassen. „Aber so eine Welt gibt es nicht.“

Das Immunsystem wehrt Viren und Bakterien ab

Der Arzt erklärt, dass die Viren und Bakterien die ganze Zeit ein Armdrücken mit unserem Immunsystem veranstalten. Das Immunsystem sind alle Organe und Zellen und andere Teile in unserem Körper, die solche Erreger abwehren. Es kämpft also ständig gegen die Eindringlinge.

„Wenn wir im Herbst oder Winter mit kaltem Kopf rumlaufen, hat das Immunsystem Probleme, gut zu funktionieren“, erklärt Jens Lassen. Denn wenn die Kopfhaut und die Schleimhäute etwa in Nase und Rachen auskühlen, ist die Haut dort weniger gut durchblutet. Dann kann das Immunsystem dort nicht so gut arbeiten - und die Viren und Bakterien haben eher eine Chance.

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