Firma Rosenbauer in Karlsruhe Zu Besuch in einer Fabrik für Feuerwehr-Fahrzeuge

Von dpa | 25.09.2022, 08:00 Uhr

Als Spielzeug sind Feuerwehrautos mal aus Holz, mal aus Metall, mal aus Plastik. Aber wie werden die echten Fahrzeuge für die Feuerwehr gebaut? Wir haben nachgesehen und festgestellt: Die sind nicht mal alle rot!

Die Feuerwehrautos sehen zuerst noch nackt und mager aus. Vorne ist zwar das Führerhaus. Dahinter folgt aber nur ein schmaler Steg aus Metall, an dem Reifen befestigt sind. Man erkennt noch nicht: Wird daraus ein normaler Lastwagen gebaut? Oder ein Fahrzeug mit Drehleiter für Rettungseinsätze in Notfällen?

Spezialfahrzeuge für die Feuerwehr

Denn genau das macht die Firma Rosenbauer in der Stadt Karlsruhe. Sie baut Spezialfahrzeuge etwa für die Feuerwehr. Jedes Jahr werden hier 200 Stück hergestellt, sagt der Chef Michael Kristeller. Die Kunden sind Feuerwehren beinahe aus der ganzen Welt.

Ein Fahrzeug wird Schritt für Schritt gebaut

Der Bau eines solchen Fahrzeugs geschieht nach und nach in einzelnen Schritten. Fachleute montieren verschiedene Teile an das Fahrgestell. Die machen es erst zum Feuerwehrauto.

Ziemlich am Anfang kommt der Unterbau, auf dem später die Drehleiter angebracht wird. Die kann übrigens bis 64 Meter lang sein. Das ist ungefähr so hoch wie ein Haus mit 20 Stockwerken.

Gleich anfangs montieren die Arbeiter eine stabile Platte auf den Steg aus Metall. An der werden danach jede Menge Kästen verschraubt. Die brauchen die Feuerwehrleute, um zum Beispiel Schläuche, Tragen und Sägen zu verstauen.

„Jeder Kunde kann sich vorher aussuchen, was wohin soll“, erklärt Michael Kristeller. Deshalb sehen die Feuerwehr-Fahrzeuge auch unterschiedlich aus. In den Fabrikhallen und auf dem Gelände der Firma gleicht kaum ein Modell dem anderen. Es sind nicht einmal alle Wagen rot lackiert.

Die Fahrzeug-Farben unterscheiden sich von Land zu Land

Denn in Deutschland müssen Feuerwehrautos zwar rot sein. Im Land Norwegen etwa fahren auch gelbe Feuerwehrautos. Das Warnlicht ist in vielen Ländern blau, manchmal jedoch auch orange.

Das Blaulicht wird erst am Schluss angebaut, ebenso wie das Martinshorn. Das sitzt nicht immer auf dem Dach. Oft sei es unter der Front des Führerhauses versteckt, erklärt der Chef.

Aufkleben von Schrift und Logos

Fast einen Monat dauert es, bis ein Feuerwehrwagen fertig ist. Am Schluss wird die Beschriftung aufgeklebt. Auch hier entscheiden die Kunden, was sie haben möchten: Welche Art von Schrift es sein soll oder ob Großbuchstaben benutzt werden.

Wichtig ist: Nur die Farben Weiß und Gelb sind bei uns erlaubt. Auf den Türen am Führerhaus sieht man oft das Wappen der Stadt, aus der die Feuerwehr kommt. Diese Logos dürfen bunt sein.

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