Braunkohle-Abbau Streit um das Dorf Lützerath – darum geht es

Von dpa | 08.01.2023, 17:56 Uhr

Soll in der Gemeinde Lützerath Braunkohle abgebaggert werden, um daraus Strom zu machen? Ein Energie-Konzern sagt ja. Klimaschützer sagen nein. Sie wollen verhindern, dass der Ort in Nordrhein-Westfalen verschwindet.

Das riesige, tiefe Loch in der Erde reicht schon nah an die kleine Ortschaft Lützerath heran. Bagger graben sich hier im Bundesland Nordrhein-Westfalen in den Boden, um Braunkohle herauszuholen. Mit Braunkohle wird Strom erzeugt. Auch dort, wo das Dorf liegt, soll Braunkohle aus dem Boden geholt werden. Lützerath muss dafür verschwinden.

Viel ist schon jetzt nicht mehr davon übrig: nur noch einige leere Höfe und Häuser. Doch seit Tagen kommen trotzdem immer mehr Menschen. Sie bauen Zelte und Baumhäuser auf oder ziehen in die leeren Gebäude ein. Es sind Menschen, die verhindern wollen, dass Lützerath verschwindet.

Dorf und Klima

Es geht ihnen dabei um zwei Dinge: Sie wollen das Zuhause der Dorfbewohner erhalten. Außerdem wollen sie verhindern, dass weiter Braunkohle abgebaut wird. Denn damit wird zwar in Kraftwerken Strom erzeugt. Doch beim Verbrennen der Kohle entstehen auch jede Menge umweltschädliche Gase.

Der Konzern RWE, dem das Gelände gehört, will bald anfangen, hier zu baggern. Die Firma sagt: Ohne die Braunkohle sei die Versorgung Deutschlands mit Energie nicht gesichert. Auch die Regierung von Nordrhein-Westfalen verteidigt den Abbau von Kohle in Lützerath. Sie sagt: Lützerath wird zwar abgerissen. Dafür aber stoppen Energie-Konzerne wie RWE früher als geplant die Energie-Gewinnung aus Kohle. Ab 2030 soll keine Kohle mehr verbrannt werden, um Energie zu erzeugen. Das ist gut für die Umwelt und für andere Orte, die sonst noch zerstört worden wären.

Polizei will räumen

Damit der Konzern RWE mit dem Baggern anfangen kann, wird die Polizei womöglich schon in wenigen Tagen beginnen, Lützerath zu räumen. Klimaschützer und alle anderen sollen verschwinden.

Sie wollen sich jedoch wehren und die Räumung zumindest verzögern. „Wir hoffen, dass wir Lützerath sechs Wochen lang halten können“, sagte eine Aktivistin am Sonntag. Dafür wollen sich die Leute zum Beispiel festketten. Sie haben auch Straßen-Blockaden errichtet, die es der Polizei schwer machen sollen.

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