Proteste seit einem Monat Frauen im Iran kämpfen für mehr Freiheit

Von dpa | 18.10.2022, 09:58 Uhr | Update am 18.10.2022

Im Iran gelten für Frauen und Mädchen strenge Regeln. Um sich dagegen zu wehren, gehen seit Wochen Tausende Menschen auf die Straßen. Ausgelöst wurden die Proteste durch den Tod der jungen Frau Mahsa Amini.

Die Frauen halten Schilder in die Höhe und strecken ihre geballten Fäuste nach oben. In dem Land Iran sind viele Menschen wütend. Sie demonstrieren auf den Straßen. Das hat vor allem mit sehr strengen Vorgaben in dem Land zu tun. Welche das sind, erfährst du in diesem Artikel.

Welche Regeln gibt es für Frauen und Mädchen im Iran?

Mädchen ab neun Jahren sind im Iran per Gesetz dazu gezwungen, Kopftuch zu tragen. Sie müssen einen langen weiten Mantel tragen und dürften zu bestimmten Zeiten nicht alleine auf die Straße gehen, erklärt der Experte Jannis Grimm.

Eine spezielle Polizei überprüft, ob sich alle an die Regeln halten. Sie wird Sittenpolizei genannt. „Viele Menschen haben Angst vor der Sittenpolizei“, sagt Jannis Grimm. Wenn die Polizisten eine bestimmte Kleidung oder ein Verhalten nicht gut finden, drohen Strafen.

Wann gingen die großen Proteste los?

Mitte September haben Polizisten eine Frau festgenommen. Ihr Name: Mahsa Amini. Sie soll bei einer Kontrolle ihr Kopftuch nicht richtig getragen haben. Kurz nachdem die junge Frau zur Polizei gebracht worden war, kam sie in ein Krankenhaus und starb.

Der Vorwurf lautet: Die Polizei sei so brutal mit der Frau umgegangen, dass sie gestorben ist. Die iranische Regierung streitet das ab. Der Tod soll mit einer Krankheit zu tun gehabt haben, die Mahsa Amini schon vorher hatte. Die Familie der Frau sagt aber, dass sie gesund war.

Was ist seit dem Tod von Mahsa Amini passiert?

Seit dem Tod von Mahsa Amini haben Tausende Menschen im Iran und in anderen Ländern protestiert - vor allem Frauen. „Die Menschen im Iran protestieren aus verschiedenen Gründen“, sagt Protest-Forscher Jannis Grimm.

Zum Beispiel, weil sie mehr Freiheiten wollen. Sie wollen selbst entscheiden, was sie anziehen oder welche Bücher sie lesen. Die Polizei gehe hart gegen die Demonstrierenden vor. „Auch Kinder werden verhaftet“, sagt der Experte. Dabei kommt es teilweise auch zu Gewalt.

Was wird getan, um zu helfen?

Weltweit gehen viele Menschen auf die Straßen, um auf die Probleme im Iran aufmerksam zu machen. Die deutsche Politikerin Annalena Baerbock sagte Mitte Oktober: Die Europäische Union werde die Mitglieder der iranischen Sittenpolizei bestrafen. Betroffene Polizisten könnten es danach etwa schwerer haben zu verreisen.

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