Interview mit Astronaut Matthias Maurer Wertvolles Wassereis auf dem Mond

Von dpa | 17.09.2022, 14:00 Uhr

Vor ein paar Monaten forschte Astronaut Matthias Maurer auf der Internationalen Raumstation ISS. Am liebsten wollen er und seine Kolleginnen und Kollegen noch weiter hinaus ins All - zum Mond. Erfahre mehr dazu im Interview.

Weltraumforscher planen die nächste Reise zum Mond. In naher Zukunft soll dort auch eine Mondstation gebaut werden. Wofür das gut ist, hat der Astronaut Matthias Maurer dpa-Nachrichten für Kinder erklärt.

Was wollen wir überhaupt auf dem Mond?

Matthias Maurer: „Für mich ist der wichtigste Grund: Ich will mehr verstehen. Wenn ich da hinausschaue, sehe ich die Sterne und das schwarze Universum und frage mich: Was gibt es da draußen? Wie ist das alles entstanden? Wie kam das Leben auf die Erde?

Uralte Hinweise darauf können wir vielleicht auf dem Mond entdecken. Wir könnten dort auch ein Radioteleskop aufbauen und ganz tief in den Weltraum hineinhorchen. Vom Mond aus könnten wir den Spuren des Urknalls folgen, noch bevor die allerersten Sterne anfingen zu leuchten.“

Wie können Astronauten auf dem Mond überleben?

Matthias Maurer: „Als wir das erste Mal dort waren, haben wir Gesteinsproben genommen und herausgefunden: Es ist staubig, es ist trocken und sonst auch nicht so spannend. Heute wissen wir: Es gibt dort Wassereis! Auf dem Mond ist das für mich wertvoller als Gold auf der Erde.

Wir könnten so viel mit dem Wasser anfangen. Wenn wir uns länger auf dem Mond aufhalten, könnten wir das Wasser trinken oder auch aufspalten: in Sauerstoff, den wir atmen, und in Wasserstoff, den wir als Treibstoff nutzen können. Der Mond könnte also auch eine Tankstelle für Raketen werden. Schließlich wollen wir ja irgendwann auch weiter zum Mars fliegen.“

Wenn wir länger auf dem Mond bleiben, brauchen wir eine Mondstation. Wie würde die aussehen?

Matthias Maurer: „Wir würden schon einmal keine Häuser aus Beton bauen. Dafür bräuchte man zu viel von dem wertvollen Wasser. Wir wollen stattdessen Häuser mithilfe von 3D-Druck herstellen. Die würden wir dann am Südpol des Mondes aufbauen. Denn dort wurde in tiefen Kratern das Wassereis gefunden.

Ich stelle mir die Mondbasis wie die Forschungsstation in der Antarktis vor. Am Südpol des Mondes würde die Sonne das ganze Jahr über strahlen und Energie liefern.“

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