Raumsonde der NASA rammt Asteroid Ein absichtlicher Zusammenstoß im Weltall

Von dpa | 27.09.2022, 14:58 Uhr | Update am 28.09.2022

Die Dinosaurier starben wahrscheinlich aus, weil ein großer Brocken aus dem All die Erde traf. Könnte der Menschheit das auch passieren? Forschende arbeiten daran, solche Asteroiden abzulenken. Nun feierten sie einen Erfolg.

Jeden Tag rasen Steine aus dem All auf die Erde zu. Die allermeisten davon sind so klein, dass sie in der Lufthülle unseres Planeten verglühen. Selbst wenn sie als Meteorit auf der Erde einschlagen, passiert meistens nicht viel. Was aber, wenn doch mal ein großer Brocken auf uns zurast?

27.000 Asteroiden in der Nähe der Erde

Mit dieser Frage beschäftigen sich Forschende auf der ganzen Welt. Dafür beobachten sie den Himmel. Sie wollen vor allem größere Brocken möglichst früh entdecken.

Derzeit kennen sie rund 27.000 Asteroiden in der Nähe unseres Planeten. Keiner davon nimmt Kurs auf die Erde. Die Forschenden überlegen aber sicherheitshalber, wie man die Flugbahn von Asteroiden so ändern könnte, dass sie nicht mit der Erde zusammenstoßen.

Asteroiden, der Schutt des Weltalls?

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Millionen Asteroiden fliegen durch unser Sonnensystem. Ständig werden neue entdeckt. Die Weltraumorganisation NASA hat einen Zähler der bekannten Asteroiden. Der stand am Dienstag bei 1.113.527.

Asteroiden bestehen aus Gestein und Metall, teilweise auch Eis. Sie stammen aus der Zeit, als sich die Planeten rund um die Sonne formten. Asteroiden sind gewissermaßen das Material, das übrig blieb. Deswegen werden sie manchmal auch Weltraumschutt genannt. Einige sind wenige Meter groß, andere mehrere Kilometer.

Die meisten Asteroiden umkreisen die Sonne, und zwar zwischen den Bahnen der Planeten Mars und Jupiter. Ab und zu stoßen welche zusammen und werden von ihrer Bahn abgelenkt. Dann können sie auch der Erde näher kommen.

Ein Zusammenstoß von Raumsonde und Asteroid

Eine Idee lautet: Wir lassen eine unbemannte Raumsonde reinkrachen! Durch den Aufprall soll der Asteroid abgelenkt werden.

Genau das haben Forscherinnen und Forscher gerade zum allerersten Mal gemacht. Dafür nahmen sie eine Sonde, die etwa so groß ist wie zwei Kühlschränke nebeneinander. Diese lenkten sie in den Asteroiden Dimorphos. Dieser dicke Klotz sieht ein bisschen aus wie ein Ei mit Felsbrocken drauf. Er ist aber so groß wie ein kleineres Fußball-Stadion.

Eine erfolgreiche Mission

Lange Zeit war nicht klar, ob die Sonde den mehr als elf Millionen Kilometer entfernten Asteroiden wirklich trifft. In der Nacht zum Dienstag vermeldete das Team der Mission: Erfolg! Sie jubelten und klatschten.

Die Wissenschaftlerin Elena Adams meinte: „Wir haben jetzt mindestens sieben Jahre lang an dieser Mission gearbeitet. Es war die Arbeit von mehr als 1000 Menschen, die ihr Herz und ihre Seele hineingesteckt haben. Heute zu sehen, wie es so schön zu Ende ging, war einfach ein unglaubliches Gefühl.“

Die Erde schützen

In den kommenden Monaten sollen die Daten ausgewertet werden. Dann erst wissen die Forschenden, wie sich die Flugbahn von Dimorphos verändert hat.

Der Wissenschaftler Ralph Semmel meint: Die Technik der Mission könnte eines Tages genutzt werden, um unseren Planeten zu schützen und das Leben auf der Erde zu erhalten.

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