Tiere im Herbst Marienkäfer: Süße kleine Glücksbringer

Von Tanja Liebmann-Décombe | 03.10.2022, 07:00 Uhr

Marienkäfer kannst du gerade häufig entdecken. Hier erfährst du auch, warum sie im Winter nicht erfrieren.

Manche mögen es kaum glauben, aber es gibt nicht nur den einen Marienkäfer mit den typischen sieben schwarzen Punkten auf den roten Flügeldecken. Die Zahl der Punkte hängt von der Art des Marienkäfers ab und allein in Deutschland gibt es mehr als 80 verschiedene Arten. Vielleicht hast du ja auch mal einen Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer gesehen. Dessen kräftig gelbe Deckflügel haben jeweils elf schwarze Punkte.

Wenn du dich fragst, wozu die auffälligen Punkte gut sein sollen? Nun, damit teilen Marienkäfer ihren Feinden – etwa Insekten oder Vögeln – mit, dass sie nicht zum Essen gedacht sind. Ganz nach dem Motto: „Hey, lasst mich in Ruhe, ich schmecke bitter!“ Zur Abschreckung können Marienkäfer auch eine stinkende gelbe Flüssigkeit aus ihren Beingelenken absondern. Die ist dann zum Beispiel für Ameisen giftig, die ebenso wie Marienkäfer Hunger auf Blattläuse haben.

Wachsschicht schützt vor Regen

Interessant zu wissen ist, dass Marienkäfer ein Symbol für Glück sind und es sie auf der ganzen Welt gibt. Die meisten leben allerdings in den Tropen. Und hast du gewusst, dass Marienkäfer auf Regentropfen herumkrabbeln können, ohne unterzugehen? Auch wenn es auf sie regnet, sind sie durch ihre Wachsschicht geschützt: Sie lässt die Tropfen wie eine Art Regenmantel einfach an den Käfern abperlen.

Insektenbeobachter gehen davon aus, dass ein Marienkäfer pro Tag 100 bis 150 Blattläuse isst, wobei ihm auch Milben und Wanzen schmecken. Und kaum zu glauben aber wahr: Die kleinen Krabbler können bis zu 1000 Meter hoch fliegen. Faszinierend ist: Forschern zufolge bringen es Marienkäfer beim Fliegen auf Rennpferd-Tempo, nämlich auf knapp 60 Kilometer pro Stunde. Denn stell dir vor: Pro Sekunde macht ein Marienkäfer 91 Flügelschläge.

Auf der Suche nach einem Winterquartier

Wenn du dieses Jahr noch Marienkäfer sehen möchtest, solltest du dich bald danach umsehen, denn im Winter sind die Tiere kaum zu entdecken, weil sie Winterschlaf halten. Aktuell sieht man sie aber noch oft, denn auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier sitzen sie im Herbst in teils großen Schwärmen auf Balkongeländern, an Hauswänden oder auf Pflanzen.

Und keine Angst, dass die kleinen Tierchen erfrieren: Das passiert nicht, selbst, wenn ihre Körpertemperatur unter null Grad Celsius sinkt. Schließlich schützt sie ein körpereigenes Frostschutzmittel vor dem Kältetod.

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