Besondere Tiere auf der Arabischen Halbinsel Weiße Oryx-Antilopen trotzen der Wüste

Von dpa | 15.11.2022, 14:24 Uhr

In den Wüsten unserer Erde ist das Überleben oft mühsam. Trotzdem haben sich einige tierische Spezialisten an das Leben bei Hitze und Wassermangel angepasst. Einer von ihnen ist bei den Menschen auf der Arabischen Halbinsel besonders beliebt: die Weiße Oryx.

Ob Mensch, Tier oder Pflanze: Ohne Wasser kommt kein Lebewesen aus. Trotzdem haben sich manche von ihnen an die trockenen Wüsten unserer Erde angepasst. In der Wüste auf der Arabischen Halbinsel lebt ein ungewöhnliches Tier bei Hitze und Wassermangel: die Weiße Oryx.

Die Weiße Oryx oder auch Arabische Oryx ist eine Antilopen-Art. Auf der Arabischen Halbinsel kennt wohl jeder das Huftier. Denn mit seinem weißen Fell und seinen langen, geraden Hörnern ist es nicht nur schön anzusehen. Man sagt ihm auch besondere Fähigkeiten nach.

Das helle Fell reflektiert die Sonne

„Die Weiße Oryx trotzt den schwierigen Lebensbedingungen in der Wüste“, erklärt Florian Sicks vom Tierpark Berlin. „Zunächst reflektiert ihr weißes Fell die Sonne gut und heizt dadurch nicht so schnell auf.“ Diesen Effekt kennst du, wenn du im Sommer mit heller oder dunkler Kleidung in die Sonne gehst. In dunklen Klamotten wird es viel schneller warm als in hellen.

Überleben mit wenig Wasser

Im Vergleich zu anderen Antilopen ist die Arabische Oryx eher klein und hat breite Klauen. Damit hat sie auf dem lockeren Sandboden sicheren Halt. „Richtig aktiv sind die Tiere am frühen Morgen und frühen Abend, wenn es kühler ist“, sagt Florian Sicks weiter. „Am Morgen bildet sich Tau. Den lecken die Oryx dann von ihrem Fell, von Pflanzen oder Steinen.“

Viel mehr Wasser brauchen die Antilopen nicht. Wochenlang können sie ohne überleben. Das gelingt ihnen, weil sie so gut Wasser sparen können. „Die Oryx halten die Flüssigkeit in ihrem Körper“, erklärt der Fachmann. Pinkeln die Tiere etwa, ist der Urin nur mit sehr wenig Wasser verdünnt. „Außerdem schwitzen die Tiere nicht.“

45 Grad Fieber

Aber ist Schweiß nicht wichtig, um unseren Körper zu kühlen? Dazu in der sengenden Hitze? „Die Oryx können bis über 45 Grad aufheizen“, erklärt Florian Sicks. 45 Grad Fieber: unvorstellbar. Wir Menschen und andere Lebewesen würden das nicht aushalten.

Doch die Antilopen haben eine Art extra Kühlsystem für ihr Gehirn. Der Blutkreislauf läuft dicht an der Halsschlagader und der Nase der Tiere vorbei. So wird das Blut gekühlt und das Hirn überhitzt nicht.

Ein besonderes und beliebtes Tier

Bei den Menschen auf der Arabischen Halbinsel gilt die Weiße Oryx daher als Wesen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. „Es heißt auch, die Tiere könnten Regen und frische Pflanzen aus weiter Entfernung riechen“, sagt der Experte weiter. So brauchten die Leute nur den Oryx folgen, um in der Wüste auf Wasser zu stoßen.

Dass die Oryx-Antilope oft bewundert wird, kann man auch jetzt bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Land Katar beobachten. Dort schlafen die Gäste etwa in Hotels und essen in Restaurants, die Oryx in ihrem Namen tragen. Oder sie fahren im Auto an Oryx-Statuen vorbei.

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Vor gut fünfzig Jahren gab es fast keine der faszinierenden Tiere mehr in der freien Natur. Man hatte sie wegen ihres Fleischs und ihrer Hörner gejagt. Nur in einigen Zoos lebten diese Tiere noch. Dann versuchte ein Zoo in den USA die Antilopen zu retten.

Biologen gelang es, drei wilde Oryx in der Wüste des Landes Jemen zu fangen. Mit zwei Männchen und einem Weibchen begannen die Fachleute eine kleine Herde nachzuzüchten.

Heutzutage gibt es wieder etwa 7.000 Arabische Oryx. Die meisten von ihnen leben in menschlicher Obhut. Etwa 1.000 von ihnen konnten in der Wüste auf der Arabischen Halbinsel ausgewildert werden.

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