Mit Quallen-Quiz Warum Forscher Tausende Quallen ins Weltall schießen

Von Malek Tellissi | 30.07.2022, 07:02 Uhr

Quallen bewegen sich fast schwerelos durch die Meere und 60.000 von ihnen trieben durch den Weltraum. Was Forscher damit herausfanden, liest du hier. Außerdem haben wir ein spannendes Quiz für dich.

Kein Gehirn, kein Herz, keine Knochen: Qualle und Mensch haben nicht viel gemeinsam – oder? Doch! Knapp 30 Jahre nach dem ersten Menschen war es für die Tiere soweit: Im Juni 1991 schoss die US-Behörde Nasa Ohrenquallen in den Weltraum. 

Teste dein Wissen in unserem Quallen-Quiz:

Warum gerade Quallen? Quallen fühlen Gleichgewicht ähnlich wie Menschen. Die Tiere haben hinter ihrer äußersten Schicht Flüssigkeit mit Kristallen, die sie Schwerkraft fühlen lässt. Menschen haben diese Flüssigkeit im Ohr.

2.478 Quallen flogen mit dem Spaceshuttle von der Erde ins All. Die Forscher wollten wissen, wie sich Schwerelosigkeit auf Quallen auswirkt. 

Innerhalb von neun Tagen waren es 60.000 Quallen, die um die Erde kreisten. 

Auf der Erde zurück verhielten sich die Quallen orientierungslos. Mit ihrem Versuch wollten die Wissenschaftler prüfen, wie es einem im All geborenen Menschen auf der Erde gehen könnte. Nach dem die Forscher sie freiließen, taumelten sie durch ihren eigentlichen Lebensraum.

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Quallenschwärme werden zum Problem

An Nord- und Ostsee kommt es immer wieder zu Quallen-Plagen. „Das hat mehrere Gründe“, sagt Martin Schmidt vom Umweltministerium in Schleswig-Holstein. „Wenn es stürmt, treiben Quallen aus der Tiefe an die Meeresoberfläche. Auch ein gestörter Nahrungskreislauf beeinflusst die Anzahl der Quallen. Weniger Fressfeinde etwa bedeuten, dass mehr Quallen überleben.“

Wärmere Weltmeere bedrohen die Existenz vieler Tiere. Nicht aber die von Quallen, im Gegenteil. In wärmeren Gewässern vermehren und wachsen Quallen schneller. 

Das kann problematisch werden, zum Beispiel für die Kühlsysteme bei Atom-Reaktoren. Mit dem Meerwasser saugen sie Quallenschwärme an. So geschehen beim Kriegsschiff USS Ronald Reagan.  Im Jahr 2006 musste das Schiff seinen Antrieb notabschalten. Mehr als 800 Kilogramm Quallen verstopften die Kühlung.  

Die Brennstäbe des Antriebs sollten eigentlich mit Meerwasser gekühlt werden. Wissenschaftler arbeiten an Lösungen gegen Quallenschwärme.

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