Rettungshunde Lawinen-Einsatz: Schnüffeln für den Ernstfall

Von Mariana Friedrich | 09.02.2022, 10:31 Uhr

Wenn Menschen von einer Lawine verschüttet werden, müssen sie schnell gefunden werden. Dabei können Hunde helfen. Wie sie trainieren, haben wir uns in der Schweiz angeschaut.

Hündin Woya sitzt ruhig neben ihrem Frauchen Karin Schmid und wartet auf ihren Einsatz. „Hier ist eine Lawine abgerutscht. Zwei Personen werden vermisst“, sagt der Einsatzleiter. Doch keine Sorge! Er hat sich diesen Notfall nur ausgedacht. Denn wir sind bei einem Training für Lawinenrettungshunde in der Schweiz.

Bei einer Lawine rutschen große Mengen Schnee einen Berg hinunter. Wenn dabei Menschen verschüttet werden, kann das für sie lebensgefährlich sein. Daher trainiert die Alpine Rettung Schweiz regelmäßig für den Ernstfall. Rettungshunde üben im Schnee verschüttete Menschen zu finden, Ausrüstung aufzuspüren und Rucksäcke auszugraben.

Das Training findet in einem Skigebiet statt. Rund um den Übungsplatz fahren Menschen Ski oder Schlitten. Ab und zu schaut jemand neugierig herüber zu dem Platz mit den Hundedecken. Hier warten die Hunde Hope, Zip, Eiwy, Lasko, Ria und Aru brav bis sie dran sind. Manche von ihnen arbeiten schon als Lawinenrettungshunde, andere sind noch in der Ausbildung.

Hündin Woya ist eine Expertin. Sie ist sieben Jahre alt. Für sie und Karin Schmid ist es der fünfte Winter, in dem sie als Lawinenrettungsteam arbeiten. Die beiden sind also eingespielt. Karin Schmid gibt eine Anweisung, und Woya läuft zielsicher los. Wie ein Rasenmäher der Bahn um Bahn abfährt, gehen die beiden das Schneefeld ab. „Dass wir überlegt und ruhig vorgehen, ist dabei sehr wichtig“, sagt Karin Schmid.

An einem größeren Schneehügel beginnt Woya zu graben. Sie schaut, ob ihr Frauchen sie gesehen hat. Nun gräbt sie sich flink in den Hügel hinein. Sie hat jemanden gefunden! Eine andere Hundeführerin hat sich für die Übung in einem selbst gebauten Schneehügel versteckt. „Karin und Woya haben das sehr gut gemacht“, sagt der Einsatzleiter. Woya bekommt eine Belohnung. Dann ist das nächste Team an der Reihe.

Bis ein Rettungsteam ausgebildet ist, dauert es drei Jahre. Auch danach üben die Teams weiter, damit alles klappt, wenn wirklich ein Mensch in Not ist. „Nicht jeder Hund ist geeignet“, erklärt Karin Schmid. Rettungshunde müssen sehr gut auf ihre menschlichen Begleiter hören. Sie müssen geduldig warten können und lernen im Hubschrauber mitzufliegen. „Und sie müssen natürlich Lust haben, im Schnee zu suchen. Denn für die Hunde ist das vor allem ein Spiel. Sie machen das, weil wir sie mit Leckereien belohnen.“

Hat ein Team die Ausbildung absolviert, kann es Rettungskräfte bei Unglücken unterstützen. Im Notfall müssen Mensch und Hund dann sehr schnell sein. „Innerhalb von zehn Minuten müssen wir bereitstehen, damit uns der Hubschrauber abholen kann“, erklärt Karin Schmid.

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