Abenteuer Mein 15. Geburtstag auf dem Mount Fuji

Von Anna Sofia Jacobsen Carrascosa | 15.07.2022, 17:45 Uhr

KiWi-Reporterin Anna lebt in Japan. In den Ferien besucht sie ihre Großeltern in Flensburg und macht ein Praktikum in der Redaktion. Hier erzählt sie von einem besonders abenteuerlichen Geburtstagsausflug.

Die Dunkelheit brach herein, als wir uns auf den Weg machten. Es war mein 15. Geburtstag, und meine Eltern und ich hatten uns zum Ziel gesetzt, den Mount Fuji zu besteigen. Wir starteten in 2300 Metern Höhe. Schritt um Schritt kämpften wir uns den Berg hinauf. Das einzige Licht, das wir hatten, waren die Stirnlampen, die uns den Weg ausleuchten.

Wind und Regen fingen an stärker zu werden, und es wurde merklich kälter. Der lange, anstrengende Weg führte im Zickzack  steil den Berg hinauf. Danach mussten wir mehrere Stunden über Felsen und Geröll klettern. Als meine Eltern und ich endlich in der Herberge ankamen, waren wir sehr erschöpft. Zum Abendessen gab es ein würziges Japanese Curry – Reis mit einer Soße aus Hühnchen und Gemüse –  und es wurde für mich ein Geburtstagslied angestimmt. Anschließend begaben wir uns dann zu den Betten, die einfache Holzpritschen waren.

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Ich heiße Anna und bin fünfzehn Jahre alt. In Flensburg mache ich gerade ein Praktikum beim Flensburger Tageblatt und besuche meine Großeltern, die hier leben. Da mein Vater für eine internationale Firma arbeitet, habe ich schon in vielen Ländern gelebt. Zurzeit wohne ich in Japan und besuche dort die deutsche Schule Tokyo-Yokohama. Davor habe ich fünf Jahre lang in Singapur gelebt und bin seit meiner Kindheit viel in Asien rumgereist. 

Kurz vor dem Sonnenaufgang brachen wir wieder auf, um den Vulkankrater zu erreichen. Als wir nach drei Stunden oben ankamen, waren wir voller Glück und Freude, dass wir es geschafft hatten. Zur Stärkung für den Abstieg holten wir uns in der einzigen Berghütte eine aromatische Udonsuppe mit Nudeln aus Buchweizen. 

Der Mount Fuji ist das Wahrzeichen Japans und wird seit Jahrhunderten im Shintuismus (eine führende Religion in Japan) als heilig angesehen. Der aktive Vulkan ist 3776 Meter hoch und somit der höchste Berg Japans. Bei gutem Wetter wird der Berg von fast ganz Tokio aus gesehen. Es gibt ein japanisches Sprichwort, das lautet: „Wer einmal den Fuji bestiegen hat, der ist weise.“ Das ist ein Grund,  warum viele Japaner den Mount Fuji einmal in ihrem Leben besteigen wollen. Er kann nur von Anfang Juli bis Mitte September bestiegen werden, solange er schneefrei ist.

Dieser besondere Geburtstag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

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