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Mini-SUV statt Kombimodell Honda hat den HR-V wiederbelebt

Flott gezeichnet: Der Honda HR-V segelt im Trend der kleinen SUV-Modelle. Foto: HondaFlott gezeichnet: Der Honda HR-V segelt im Trend der kleinen SUV-Modelle. Foto: Honda

Frankfurt. Der Honda HR-V kehrt zurück. Doch hat er nichts mehr mit dem aufgebockten Kombi gemein, den die Japaner von 1999 bis 2005 schon mal auf dem deutschen Markt mit eher mäßigem Erfolg angeboten haben. Zehn Jahre später ist aus dem „High Recreational Vehicle“ ein zeitgemäßes Mini-SUV geworden, dem die Ähnlichkeit zum großen Bruder CR-V in die Karosserie gestanzt ist.

Als neuer Konkurrent zu Opel Mokka, Mazda CX-3 oder Peugeot 2008 setzt sich der nur 4,30 kurze HR-V ab September mit wuchtigem Unterbau, konturierten Linien und Flächen sowie Coupé-ähnlich geschwungener Dachlinie in Szene. Die Front trägt Hondas „Solid-Wing“-Design mit schwarzem Frontgrill und flankierenden Scheinwerfern. Die „versteckten“ Türgriffe in den hinteren Seitenfenstern betonen das sportliche Coupé-Design.

Auch der Blick in den Innenraum überzeugt. Billiges Hartplastik und verspielte Armaturen sind einem optisch und haptisch gefälligeren Interieur mit dezenten Chromelementen gewichen. Ins Auge – und in die Hand – springt der kleine Joystick-Gangwahlhebel, der mit kurzen Schaltwegen eine knackige Bedienung ermöglicht. In der Mitte der Armaturentafel prangt ein 7-Zoll-Touchscreen, mit dem das neue Infotainment-System Honda Connect (Serie ab mittlerer Variante) gesteuert wird. Neben der Anzeige klassischer Fahrinformationen erlaubt das internetfähige System die Integration von Smartphones via Mirror Link, Bluetooth oder USB sowie die Nutzung von speziellen Honda-Apps.

Trotz seiner überschaubaren Länge räumt der HR-V dank eines zentral unter den Vordersitzen platzierten Tanks viel und variabel Platz ein. Hinzu kommen die aus dem Jazz bekannten „Magic Seats“-Rücksitze, die mit einem Handgriff zu einer ebenen Fläche zusammenfallen oder auch die Sitzflächen wie ein Kinosessel um 90 Grad hochklappen. So lassen sich selbst sperrige Gegenstände wie Mountainbikes oder Yucca-Palmen laden und das Kofferraumvolumen von 453 bis 1026 Liter variieren.

Viel drin ist auch in der Serien- und Sicherheitsausstattung. Schon die Basisvariante kommt serienmäßig mit Klimaautomatik, Tempomat, CD-Radio, Fahrlicht-Sensor und 16-Zoll-Alufelgen. Und bei den elektronischen Helferchen bewegen sich die Japaner inzwischen ebenfalls auf der Höhe der Zeit. Ab der mittleren Ausstattung ist der HR-V stets mit Abstands- und Kollisionswarner, Verkehrzeichenerkennung, Spurhalte- und Fernlichtassistenten ausgerüstet. Ein City-Notbremssystem gehört in allen Versionen zur Serie.

Eine Schwäche leistet sich Honda allerdings ausgerechnet beim Antrieb. Als Einstiegsmotor bieten die Japaner einen neu entwickelten 1.5 i-VTEC-Benziner mit 130 PS und manuellem Sechsganggetriebe, der weder zum stimmigen Konzept des SUV noch zu Hondas Image passen will. Lustlos, blechern und mit unharmonischer Getriebeabstimmung müht sich das Triebwerk durch die ersten drei Gänge. Für 1300 Euro Aufpreis ist alternativ auch ein stufenloses CVT-Getriebe zu haben, das auf europäisches Fahrverhalten abgestimmt sein soll.

Die bessere Wahl ist da der 1.6 i-DTEC-Diesel mit 120 PS, der bereits im großen Bruder CR-V eindrucksvoll beweist, wie spontan und druckvoll 300 Newtonmeter Drehmoment ab 2000 Touren in Vortrieb umgesetzt werden können. Entsprechend durchzugsstark schiebt der Selbstzünder den 1,4 Tonnen leichten HR-V in exakt zehn Sekunden auf Tempo 100. Und das alles bei einem Verbrauch, der laut Honda bei runden vier Litern (104 g/km CO2) liegen soll. Allerdings kostet er mit 22290 Euro auch jeweils 2300 Euro mehr. Der Benziner ist bereits ab 19990 Euro zu haben.