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Die Schweden haben’s erfunden Zwei neue Cross-Country-Modelle von Volvo

Krosser Kombi, krosse Limousine: Volvo V60 (l.) und S60 (r.) in aufgebrezelter Cross-Country-Version. Foto: VolvoKrosser Kombi, krosse Limousine: Volvo V60 (l.) und S60 (r.) in aufgebrezelter Cross-Country-Version. Foto: Volvo

Köln. Wer hat’s erfunden? Ausnahmsweise mal nicht die Schweizer, sondern die Schweden: Den leicht höhergelegten und ebenso dezent in Offroad-Schale geschmissenen Pkw für leichte Abstecher ins Gelände.

Geeignet für all jene, die nicht gleich auf ein hochbeiniges SUV umsteigen müssen, um ein wenig Querfeldein-Flair zu genießen. Segment-Erfinder Volvo hat mit seinen jüngsten Neuauflagen der Limousine S60 und des Kombi V60 Cross Country ganze Arbeit geleistet.

Ein Steinbruch ist die ideale Kulisse für die neuen Cross-Country-Modelle: Der skandinavische Hochbeiner beherrscht zwar kein extrem anspruchsvolles Gelände, aber auf den unwegsamen Schotterpfaden vom Landstraßen-Asphalt hin zum Steinbruch sind seine begrenzten Offroad-Talente durchaus gefragt.

Um überschaubare 6,5 Zentimeter wurden S60 und V60 höhergelegt, um dem Zusatz „Cross Country“ gerecht zu werden. Dazu peppen schwarze Optik-Akzente sowie Seitenschweller im Alu-Look für bis zu 3000 Euro die schwedische Mittelklasse in Richtung Offroad auf. Ein stolzer Mehrpreis für die neuen Cross-Country-Modelle, die ab sofort beim Händler stehen.

Aber auch ein fairer Gegenwert: Sowohl die Stufenheck-Limousine als auch der Kombi machen in der vielseitigen Querfeldein-Version optisch viel her. Elegantes Design, hochwertige Materialien, optional beeindruckend große 19-Zoll-Felgen – all das vereint mit wahren Gelände-Tugenden, denn gut 20 Zentimeter Bodenfreiheit sind tatsächlich SUV-Niveau und bewahren auf dem kilometerlangen Trampelpfad zum Steinbruch vor Schäden an Unterboden oder Bandscheibe.

Katzfeste Verbreiterungen der Radhäuser gehören ebenso zum Cross Country wie ein angedeuteter Unterfahrschutz vorne und hinten. Als schwedischer Tausendsassa hat der Urahn Volvo V70 Cross Country 1997 einen bis heute anhaltenden Trend gesetzt. Erst ab 1999 folgten Nachahmer wie der Audi Allroad quattro.

Apropos Allrad: Den 4x4-Antrieb fürs anspruchsvolle Gelände gibt’s sowohl im neuen V60 als auch im S60 Cross Country nur in Verbindung mit dem alten Fünfzylinder-Dieselmotor. Schade, denn der „alte Schwede“ namens D4 unter der Haube aller Cross Country AWD kann nicht mit seinem vierzylindrigen Nachfolger D3 mithalten, der die Frontantriebsmodelle der beiden neuen Volvos sowie das Groß-SUV XC90 antreibt.

Der neue Diesel ist wesentlich leiser, und das Zusammenspiel mit der Sechsgang-Automatik gelingt spürbar harmonischer. Durch die fünf Pötte des alten 2,4-Liter-Diesels fließt nicht nur laut Katalog mehr Sprit als durch die vier Zylinder des neuen 2,0-Liter-Motors (5,7 gegenüber 4,6 l/100 km). Auch unser Testverbrauch liegt beim alten D3 um über 20 Prozent höher als beim neuen D4, was nur mit Allradantrieb nicht zu erklären ist. Stolze 320 Nm Drehmoment wuchtet der Neue schon zwischen 1750 und 3000 U/min auf die Räder. Es fühlt sich gleichwertig an mit den 420 Nm des alten Selbstzünders im Allrad-Cross Country.

Auch nur mit Frontantrieb macht der Volvo V60 Cross Country D3 im alltäglichen, leichten Offroad-Einsatz eine sehr gute Figur. Er soll Freizeit-Sportlern den problemlosen Weg ins Stammrevier ermöglichen. Das kann der Kombi natürlich am besten. Mit 430 bis 1241 Liter Gepäckraum ist er zwar kein echtes Raumwunder, aber viel flexibler als der S60 mit Stufenheck. Beide Cross-Country-Versionen fahren sich ähnlich wie ihre niedriger liegenden, konventionellen Markenbrüder. Im leichten Gelände glänzen die vielseitigen Volvos durch ihre Robustheit, denn da knistert oder klappert überhaupt nichts.