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Crossover im Fahrbericht Beim Kia Soul ist das Runde im Eckigen

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Osnabrück. Anders sein ist nicht leicht auf dem deutschen Markt: Während der außergewöhnlich gestaltete Kia Soul in den USA ein echter Bestseller ist, muss er sich hierzulande mit der Rolle des Hinterbänklers zufriedengeben. Im Test: der 132 PS starke 1.6 GDI.

Gucken

Die erste Generation des Kia Soul (deutsch: Seele) war noch ungewöhnlicher gestaltet; bei der Neuauflage im vergangenen Jahr haben die Designer ein paar Ecken runder gestaltet, allerdings auch einige optische Gimmicks integriert, die je nach Sichtweise „interessant“ oder „übertrieben“ ausfallen – wie etwa die chromblitzenden Türgriffe oder die opulent ausstaffierte Frontpartie. Geblieben ist freilich die kastenwagenartige Grundform.

Fühlen

Innen hat sich der kompakte Crossover ganz schön herausgeputzt; die Zeiten trister Kunststoffwüsten sind glücklicherweise vorbei. Stattdessen gibt es ein hochwertig anmutendes Interieur mit Klavierlack, gestepptem Leder oder hochauflösenden Grafikdisplays.

Auffällig: Während sich der Soul außen eckig gibt, setzt der Innenraum konsequent auf runde Formen, was sich bei den scheinbar „schwebenden“ Membranen der Lautsprecher in den Türinnenseiten, den runden Bedienfeldern auf dem Lenkrad oder dem geschwungenen Schalthebel zeigt.

In der höchsten Ausstattungsvariante „Spirit“ gibt es zudem eine üppige Serienausstattung mit u. a. Klimaautomatik, beheizbarem Lederlenkrad und Vordersitzen oder eine Rückfahrkamera. Empfehlenswert: Das VIP-Paket inklusive Panoramadach (2090 Euro), das nicht nur viel Licht in den Innenraum bringt, sondern zudem auch Extras wie eine Sitzkühlung – gerade an heißen Sommertagen ein angenehmer Luxus – bietet. Dass beim Sound&Navi-Paket (1390 Euro) die Ambientebeleuchtung im Innenraum im Takt der Musik blinken kann, ist dagegen ein Gimmick, das man unter „schrullig“ verbuchen kann.

Fahren

132 PS in einem aufregend gestalteten Crossover-Modell, das zudem mit rund 1,4 Tonnen nach heutigen Maßstäben relativ leicht ist – das klingt nach Fahrspaß. Allerdings verhindert das der recht müde auftretende 1.6-Liter-Benziner mit ausgeprägtem Unwillen, Drehzahlen zu produzieren. Elf Sekunden vergehen, ehe der Sprint von 0 auf 100 absolviert ist, das maximale Drehmoment von überschaubaren 161 Newtonmetern ist erst bei knapp 5000 Umdrehungen erreicht – was in der Praxis bedeutet, dass jeder Beschleunigungsversuch den Geduldsfaden des Fahrers anspannt. Äußerst mühsam nimmt der Soul auf der Autobahn Tempo 130 in Angriff, Überholvorgänge wollen wohlüberlegt sein und erfordern freie Sicht auf schnurgerader Landstraße.

Nun gut, man passt seine Fahrweise an die Gegebenheiten an, dementsprechend lässt man es eher ruhig angehen und verpasst der Seele lieber ein paar Streicheleinheiten via Gaspedal. Dazu passt dann auch, dass das Fahrwerk recht ausgewogen zu Werke geht und die meisten Schlaglöcher und Gullydeckel angenehm geschluckt werden.

Staunen

Angesichts der Größe des Fahrzeugs überrascht das Platzangebot, das man zumindest auf vier Plätzen hat. Kopf- und Kniefreiheit wie in einem Skoda Octavia – der Soul beweist, dass er nicht nur auffallen kann, sondern auch Praxisnutzen bietet.

Ärgern

354 Liter Kofferraumvolumen klingen auf den ersten Blick nicht sensationell klein, doch gehen davon fast 120 Liter auf das Konto des Unterflurfachs. 238 Liter im Normalzustand sind jedenfalls deutlich zu wenig.

Kaufen?

Die Einstiegsversion „Edition7“ fällt mit 16990 Euro günstig aus, hat aber Lücken bei der Ausstattung. Die meisten aufpreispflichtigen Extras sind zudem nur für die „Spirit“-Version zu haben, die allerdings mit mindestens 22790 Euro deutlich teurer ist. Unser Testmodell schlug mit 26270 Euro zu Buche, das allerdings dann so gut wie alles an Komfort und Technik an Bord hatte.


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