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Crossover im Fahrbericht Viel Platz da im Mazda CX-5

Von Lothar Hausfeld


Osnabrück. Rund 30 Prozent aller im ersten Halbjahr deutschlandweit verkauften Mazda-Modelle trugen ein CX-5-Logo auf der Heckklappe. Was ist dran am beliebten Crossover-Modell? Wir haben im 175-PS-Topdiesel mit Allradantrieb nachgeforscht.

Gucken

Anfang des Jahres hat Mazda seinem Erfolgstyp eine leichte Überarbeitung angedeihen lassen. Optisch wurde kaum etwas geändert – warum auch? Der CX-5 sieht immer noch so frisch wie am ersten Tag aus, wirkt vornehm und angriffslustig zugleich. Und lässt die meisten Konkurrenten in diesem beliebten Segment ganz schön alt aussehen.

Fühlen

Innen wurde vor allen Dingen das Multimediasystem MZD Connect überarbeitet. Der sieben Zoll große Bildschirm kann entweder per Dreh-/Drückknopf in der Nähe der Armlehne oder als Touchscreen bedient werden.

Der Rest des Innenraums wurde weitestgehend so belassen, wie er schon zuvor war, und auch hier gilt: Warum etwas ändern, was sich drei Jahre nach dem Marktstart bei Weitem noch nicht abgenutzt hat? Qualität und Verarbeitung sind auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz, die Bedienung funktioniert nach kurzer Zeit intuitiv, die Sitze sind bequem und bieten reichlich Seitenhalt, das Umklappen der hinteren Sitze geschieht dank einfacher Bedienung aus dem Kofferraum heraus kinderleicht.

Fahren

Den 175-PS-Diesel gibt es nur mit der höchsten Ausstattung und Allradantrieb. Auf Letzteren könnte der eine oder andere zwar vielleicht verzichten, wirklich spürbare Nachteile zumindest bei der Agilität hat man dadurch aber nicht. Der Japaner ist definitiv einer der sportlicheren Vertreter der geräumigen Crossover-Modelle, bietet auch dynamisch ambitionierten Kurvenräubern genügend Spielraum, mal beherzter über die Landstraße zu eilen.

Allerdings vergisst der CX-5 dabei nicht die Kernkompetenzen eines SUV oder Crossovers: Hohe Sitzposition, gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen, komfortables Vorankommen auf der Langstrecke. Auch wenn im Zuge des Facelifts weiter an der Dämmung gearbeitet wurde: Ab Tempo 150 gibt sich der Japaner recht anfällig für Windgeräusche – kombiniert mit der Tatsache, dass bei diesen Geschwindigkeiten der angegebene Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern erst recht unrealistisch wird, ein handfester Grund, um sich beim Beschleunigen zu disziplinieren. Auch so wird man kaum auf einen Verbrauch kommen, der mit einer Fünf vorm Komma beginnt.

Staunen

SUV- und Crossovermodelle haben dem konventionellen Kombi lange schon das Wasser abgegraben – obwohl diese Modelle oftmals bei Weitem nicht die Praktikabilität und das Platzangebot eines Kombis bieten. Der Mazda CX-5 ist da eine löbliche Ausnahme: Vorn wie hinten gilt: Platz da! Der Kofferraum schluckt 503 Liter schon im Normalzustand, wer die Sitze per Hebelzug zu einem flachen Kofferraumboden umlegt, bringt man mehr als 1600 Liter unter – oder lädt 630 Kilogramm zu. Die Kofferraumabdeckung fährt automatisch mit der Heckklappe nach oben und muss so nicht gesondert zur Seite geschoben werden – da lässt sich die relativ hohe Ladekante recht einfach verschmerzen.

Ärgern

In der höchsten Ausstattungsvariante „Sports-Line“ ist der Spurhalteassistent serienmäßig an Bord – und nervt schon beim Annähern der Mittellinie mit einem Bass-Bariton-Geräusch, der einen nach kurzer Zeit schon dazu animiert, das System abzuschalten.

Kaufen?

Dass der Mazda CX-5 weltweit ein Erfolgsmodell ist, wundert nicht: Er sieht gut aus, bietet Qualität und Platz, fährt sich gut – was will man mehr? Knapp 37000 Euro kostet der Topdiesel – das Automatikgetriebe für 1600 Euro kann man sich sparen, weil das Sechsgang-Handschaltgetriebe eines der besten am Markt ist.