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Baugleich mit Aygo und C1 Peugeot 108: Kleinwagen mit Komfort

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Osnabrück. Die Zwergen-Drillinge Toyota Aygo, Citroën C1 und Peugeot 108 laufen mittlerweile in zweiter Generation vom gemeinsamen Produktionsband. Im Test: der 82 PS starke Peugeot 108 in der höchsten Ausstattung.

Gucken

Der kleine Franzose sieht von außen nach Haute Couture aus. Zumindest, wenn man ihn in einer Farbe jenseits von schlichtem Grau oder Silber bestellt. Möglichkeiten dazu gibt es zahllose, neben auffälligen Uni-Lackierungen gibt es zweifarbige Gestaltungen, Aufkleber, Tattoos und viele andere Möglichkeiten zur Personalisierung.

Fühlen

Auch bei der Einrichtung des Innenraums kann sich der Besteller nach Herzenslust austoben, verschiedene Designthemen und Accessoires laden ein, dem Auto eine persönliche Note zu geben. So können an der einen oder anderen Stelle im Innenraum knallige Lackierungen der Außenhaut wieder auftauchen, was mit dem weiß eingefassten Rahmen der Mittelkonsole einen gelungenen Kontrast bietet.

Auch kontrastierend, aber weniger schön, sind da manche schnöde Anzeigen, Hebel und Schalter, die die Handschrift von Toyota tragen. Die im eher schlicht-tristen 80er-Jahre-Orange leuchtenden zentralen Anzeigen, der lieblos gestaltete Tempomat-Hebel, das nackte Blech im Kofferraum – all das dokumentiert, dass trotz aller Versuche, aus dem Kleinstwagen eine rollende Gucci-Handtasche zu machen, eben doch der Sparzwang bei Fahrzeugen dieser Größenordnung unabdingbar ist.

Darüber hinaus lässt sich der Peugeot 108 in „Allure“-Ausstattung nicht lumpen: Audiosystem, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, USB-Anschluss, großer Touchscreen mit Mirror-Screen-Technologie zum Abbilden des Smartphone-Bildschirms – insbesondere in puncto Technologie liefert der kleinste Peugeot das, was vor allen Dingen junge Käufer heute erwarten.

Das Platzangebot auf den vorderen Plätzen ist tadellos und deutlich komfortabler, als man das bei einem Fahrzeug mit gerade einmal 3,48 Meter Länge erwarten würde; im Fond dagegen ist Platz echte Mangelware, zudem ist die zweite Reihe von Erwachsenen nur mit einigen Verrenkungen zu erreichen. Wer dauerhaft mehr als zwei Plätze genutzt wissen möchte, sollte 450 Zusatz-Euro für die fünftürige Version auf den Verhandlungstisch legen.

Fahren

Der 82 PS starke Dreizylinder lässt zu keiner Sekunde Zweifel daran, welcher Bauart er entspringt. Deutlich knatternd im kalten Zustand, dröhnend unter Last, jederzeit Vibrationen in den Innenraum übertragend – die meisten Dreizylinder agieren heutzutage akustisch deutlich zurückhaltender.

Nur gut, dass die Fahrleistungen dagegen ausgesprochen positiv ausfallen. In der Stadt knattert der 108 ungestüm von Ampel zu Ampel, und auch vor der Fahrt auf der Autobahn muss der Besetzung nicht bange sein. Die fünf Gänge müssen dann zwar recht weit ausgereizt werden, doch lässt sich der Franzose keinesfalls unterkriegen.

Aufgrund des kurzen Radstands hinterlässt schlechter Straßenbelag schon mal seine Visitenkarte im Innenraum, lange Bodenwellen schluckt das Fahrwerk aber souverän. Der Peugeot 108 ist sicherlich nicht das Traumauto eines Handelsreisenden, der 100000 Kilometer im Jahr auf der Straße unterwegs ist, eine lange Fahrt mit ihm ist aber nicht undenkbar.

Das Fünf-Gang-Getriebe lässt sich weitestgehend widerstandsfrei bewegen, lediglich der Rückwärtsgang findet nicht immer direkt den richtigen Weg, sodass das Getriebe schon mal laut fauchend protestiert. Zum angegebenen Durchschnittsverbrauch von 4,3 Litern je 100 Kilometer muss im Alltag mindestens ein weiterer Liter hinzugerechnet werden – auch, weil ein Start-Stopp-System für diesen Motor nicht erhältlich ist.

Staunen

Stoffverdeck, Sitzheizung, Rückfahrkamera, Klimaautomatik oder großer Touchscreen – die (größtenteils aufpreispflichtige) Ausstattung erstaunt für einen Kleinstwagen. Insbesondere der Touchscreen mit Smartphone-An- und Einbindung ist ein schönes Gimmick – leider gibt es diesen ausschließlich in der Top-Ausstattung – dort ist er Serie, während er für alle anderen Versionen auch nicht für Geld und gute Worte zu haben ist.

Ärgern

Die „Mirror Screen“-Technologie scheint noch nicht einhundertprozentig ausgereift zu sein. Besitzer beklagen sich in Internet-Foren über technische Schwierigkeiten und fehlende Kompatibilität mit ihren Geräten, eine Navigation muss für 99 Euro (iPhone) auf das Smartphone geladen werden. Zudem ist die Auswahl an Programmen, die auf dem Touschscreen dargestellt werden können, derzeit noch sehr übersichtlich.

Kaufen?

Ob es aus dem Zwergen-Trio nun die Toyota-, Citroën- oder Peugeot-Version sein soll, unterliegt vor allen Dingen dem persönlichen Geschmack und dem individuellen Preisangebot. Der Peugeot 108 entpuppt sich als der modebewusste Schönling im Trio, der in seiner höchsten Ausstattung Allure keine Allüren zeigt – mit mindestens 13150 Euro aber noch bei Weitem nicht komplett ausgestattet ist. Auch ohne großes Faltdach standen im Testwagenfall am Ende stattliche 15490 Euro.


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