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Runde Sache: Ecken und Kanten Der neue Skoda Fabia: Kleiner mit viel Platz  

Von Sven Lampe


Weiterstadt. Eine runde Sache mit Ecken und Kanten ist der neue Skoda Fabia. Die dritte Generation des tschechischen Kleinwagens mit VW-Wurzeln ist ein weiterer Schritt weg vom Image des perfekten Langweilers.

Der neue Schrägheck-Fabia ist im hart umkämpften Segment der Kleinwagen eine klare Ansage an die Mitbewerber – nicht nur aus dem eigenen Konzern. Das beginnt schon bei der Optik. Dort zeigt sich, was ein paar Millimeter weniger in der Länge, drei Zentimeter weniger Höhe und satte neun Zentimeter Plus in der Breite an Wirkung entfalten. Kombiniert mit einer klaren Linie samt Ecken und Kanten in der Karosserie steht der Tscheche sportlich und satt wie ein erwachsenes Auto auf dem Asphalt.

Bei den farblichen Gestaltungsmöglichkeiten folgt Skoda dem Trend der Zeit. Aus 14 Außenfarben und vier Farbkonzepten, unter anderem mit unterschiedlichen Dach- und Rückspiegelfarben, dürfte für jeden Interessenten eine individuell passende Kombination lieferbar sein.

Im Innenraum überrascht der Fünftürer in zweierlei Hinsicht. Wer dort das schmuck- und lieblose Antlitz eines Billigheimers erwartet, dürfte erstaunt durch die Zähne pfeifen. Sowohl die Optik als auch die Haptik des Interieurs präsentieren sich durchaus hochwertig und brauchen den Vergleich mit höherpreiseigen Mitbewerbern nicht zu scheuen. Darüber hinaus sammelt der Kleine Bonuspunkte durch pfiffige und durchdachte Details wie Ablagenetze im Fußraum, Halter für Halbliter-und Liter-Getränkeflaschen in den Türen und einen Eiskratzer im Tankdeckel.

Womit wir beim markentypischen Platzangebot wären. Vier halbwegs normal gewachsene Erwachsene finden im fünfsitzigen Fabia locker Platz – das gilt somit auch für Familien, die keinen größeren Wagen haben möchten. Zumindest auf den vorderen Plätzen des trotz geschrumpfter Außenmaße im Innenraum gewachsenen Fabia finden auch Personen jenseits der Einsneunzig ausreichend Platz. Da gibt es Fahrzeuge zwei Klassen darüber, die deutlich weniger Kopffreiheit bieten.

Ebenfalls nicht knauserig ist das Platzangebot im Gepäckteil: 330 Liter im Basiszustand sind 15 Liter mehr als bisher und zugleich Bestwert im Segment; bei umgeklappten Rücksitzen lässt sich der Stauraum auf 1150 Liter ausbauen.

Als Antriebe stehen vier neu entwickelte Benziner und drei ebenfalls neue Diesel zur Verfügung. Die aus dem Konzernbaukasten abgeleiteten Benziner gibt es als 1,0-Liter-Dreizylinder mit 60 und 75 PS sowie als 1,2-Liter-Vierzylinder mit 90 und 110 PS. Als Dieselvariante stehen drei unterschiedlich leistungsstarke Dreizylinder-Turbo-Direkteinspritzer mit 90 bis 105 PS zur Auswahl. Standard ist durch die Bank ein Fünfgang-Getriebe, die jeweiligen Topmotorisierungen sind mit einem 7-Gang-DSG-Getriebe erhältlich.

Skoda geht davon aus, dass der 90-PS-Benziner das meistverkaufte Modell sein wird. Sicher nicht zu unrecht, denn die Maschine passt zum Fahrwerk und zum Wagen allgemein: direkt, agil und für den Alltagsbedarf völlig ausreichend. Lediglich der Durst dürfte etwas geringer sein. Die angegeben 4,8 Liter im Durchschnitt passen nicht wirklich zu den bei ersten Tests herausgefahrenenen sechseinhalb Litern.

Der Einstieg in die Fabia-Welt beginnt bei 11790 Euro. Durch fleißiges Häkchensetzen bei den Sonderausstattungen wie Panoramadach oder zusätzlichen Assistenzsystemen kommen aber auch hier schnell und einfach ein paar Tausender oben drauf.