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Klimaneutraler Kompakter Audi A3 g-tron fährt mit Erdgas aus dem Emsland

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Osnabrück. Elektromobilität gilt als Antriebsart der Zukunft – doch was tun, bis der Strom eine Million Pkws antreibt, was laut Wunsch der Bundesregierung ja bereits in sechs Jahren der Fall sein soll? Erdgas ist seit langem eine relativ saubere Alternative, hat sich aber nie so richtig durchgesetzt. Audi nimmt sich des Themas beim A3 Sportback g-tron so konsequent wie kein anderer an.

Gucken

Von außen sieht der A3 g-tron, der sowohl Erdgas als auch herkömmliches Superbenzin verträgt, wie ein ganz normaler A3 Sportback mit fünf Türen aus – lediglich die „g-tron“-Schriftzüge an der Seite und dem Heck zeigen dem genau hinschauenden Betrachter, dass hier etwas anders ist.

Fühlen

Auch im Innenraum macht sich kein besonderer Unterschied zu den herkömmlich motorisierten Ingolstädter Kompaktmodellen bemerkbar, sieht man mal davon ab, dass es zwei Tankanzeigen gibt: Einmal für Erdgas, einmal für Benzin. Ansonsten gilt: Verarbeitung und Bedienung sind auf höchstem Niveau, das Platzangebot geht vorne in Ordnung, ist hinten ein wenig eingeengt. Dem Kofferraum gehen einige Liter flöten, weil sich unter ihm die Erdgas-Tanks befinden.

Fahren

Der 1,4 Liter große TFSI-Benzinmotor wurde für den Erdgasbetrieb angepasst, entwickelt 110 PS. Nach einer leichten Anfahrschwäche lässt sich der Erdgas-A3 entspannt bewegen, wenngleich der Motor in niedrigeren Drehzahlregionen etwas müde wirkt.

Sind sowohl der Erdgas- als auch der Benzintank gefüllt, lassen sich Reichweiten von knapp 1000 Kilometern zurücklegen, ohne dass man eine Tankstelle ansteuern muss.

Der Erdgas-Verbrauch blieb im Test jederzeit unter fünf Kilo je 100 Kilometer (in CO2: unterhalb 136 Gramm je Kilometer); mit ein wenig Geschick ist auch eine drei vor dem Komma möglich (in CO2: rund 108 Gramm je Kilometer). Der Benzinverbrauch lag, wenn das Erdgasreservoir aufgezehrt war, bei rund sechs Litern je 100 Kilometern (rund 140 Gramm CO2 je Kilometer). Das System im Audi A3 unterstützt den Fahrer dabei nach Kräften, drängt etwa mit Nachdruck darauf, dass hochgeschaltet wird und gibt auch weitere Spritspartipps.

Staunen

Audi hat im emsländischen Werlte eine E-Gas-Anlage errichtet, die aus Grünstrom, Wasser und Kohlendioxid die Energieträger Wasserstoff und Methan produziert. Da das synthetische Methan fast identisch mit fossilem Erdgas ist, kann es zum Antrieb des A3 g-tron genutzt werden – ebenso wie herkömmliches Erdgas. Das Fahren mit dem E-Gas genannten Methan ist klimaneutral, denn das CO2, das im Fahrbetrieb entsteht, wurde vorher bei der E-Gas-Herstellung gebunden. Das in Werlte produzierte Methan wird in das Gasnetz eingespeist und an ausgewählten Tankstellen auch angeboten. Über eine spezielle Smartphone-App kann sich der Audi-Fahrer die nächstgelegene E-Gas-Tankstelle anzeigen lassen und per Navigation auch dorthin führen lassen. Käufer eines A3 g-tron können gleich ein Kontingent E-Gas mitbestellen, so dass sichergestellt wird, dass die Menge Gas, die an der Erdgastankstelle eingefüllt wird, durch die Audi-E-Gas-Anlage auch wieder ins Netz eingespeist wird.

Das Tanken von Erdgas ist kaum schwerer als das von Diesel oder Benzin; auch wenn die Tankstellen leicht unterschiedliche Zapfsysteme anbieten, geht das Andocken des Tankrüssels an den Stutzen, der sich direkt neben dem Stutzen für Superbenzin befindent, vollkommen problemlos vonstatten. Einmal volltanken bedeutet im Erdgas-Fall rund 15 Euro für 15 Kilo; damit kommt man rund 300 Kilometer weit.

Ärgern

Der Erdgas-Antrieb ist fraglos eine gute Sache: Sauber und günstig zugleich – aber nicht sehr weit verbreitet. Bundesweit gibt es rund 900 Erdgas-Zapfmöglichkeiten, das klimaneutrale E-Gas wird an rund 600 Tankstellen verkauft. Zum Vergleich: Herkömmlichen Kraftstoff gibt es an mehr als 14000 Tankstellen.

Kaufen?

25900 Euro kostet der Audi A3 Sportback g-tron mindestens; damit liegt das Erdgas-Modell im Preisbereich des etwas schwächer motorisierten Einstiegsdiesels mit 105 PS. Wie bei Audi üblich, ist zwar die Technik fortschrittlich, aber im Grundpreis oft nicht enthalten. Bei unserem Test-A3 standen unterm Strich 41415,01 Euro – für eine neutrale CO2-Bilanz reicht ein neutrales Bankkonto eben nicht aus.


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