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Neuer Sportwagen kommt Mercedes AMG GT gegen Porsche 911


Affalterbach. Ganz Deutschland schaut seit über 50 Jahren ehrfürchtig und ergeben auf die rassigen Sportwagen aus dem Hause Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. Ganz Deutschland? Nein, ein kleines Dorf namens Affalterbach, 30 Autominuten nordnordöstlich vor Stuttgart gelegen, leistet den Zuffenhausenern nach wie vor heftigen Widerstand. Dank eines neuen Zaubermotors, den die fleißigen Dorfbewohner nun auf Geheiß des großen Zeremonienmeisters Zetsche zusammenbauen, wollen die Mercedes-AMGler praktisch uneinholbar davonpreschen.

Die Daimler-Druiden haben ihre beste Technik aus S-Klasse und Co. AMG zur Verfügung gestellt, damit Anfang 2015 die ersten Mercedes-AMG GT in die Schaufenster der Sterne-Händler rollen können. Die Preise für die beiden Supersportwagen GT (462 PS, 4,0 Sek. auf 100, Spitze: 304 km/h) und GT S (510 PS, 3,8 Sek. auf 100, Spitze: 310 km/h) verrät Mercedes jetzt noch nicht. Wir haben aber aus Insiderkreisen und hinter vorgehaltener Hand erfahren, dass der GT rund 115000 und der GT S rund 135000 Euro kosten wird. Der theoretische Verbrauch soll unter 9,5 Liter auf 100 Kilometer betragen. Wir wagen aber schon jetzt die Behauptung, dass mit viel Fahrspaß dieser Wert locker verdoppelt werden kann.

Und welche Zutaten brauchen die Sportwagenbauer aus Affalterbach, um den Porsche 911 anzugreifen? Da ist zum einen das Triebwerk, kein brabbelnder Saugmotor im Hinkelsteinformat mehr, sondern ein knackiger V8-Biturbo mit Trockensumpfschmierung, dessen Lader erstmals innen verbaut werden. „Heißes Innen-V“ lautet der Name für diese vielversprechende Bauweise.

Zum anderen sind Leichtbau mit Aluminium, Magnesium und Stahl vor allem für die Performance wichtig. Carbon hätte den 1,6-Tonner zwar deutlich leichter gemacht, dann wäre aber ein Einstiegspreis von unter 150000 Euro nicht möglich gewesen. Für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung und einen tiefen Schwerpunkt, die für schnelle Kurvendurchfahrten unerlässlich sind, sorgt die im SLS bereits bewährte Transaxle-Bauweise mit Frontmittelmotor und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe nahe der Hinterachse. 47:53 (Gewicht vorn/hinten) sind dabei herausgekommen, das erfreut das Rennfahrerherz und den schon jetzt zuckenden Gasfuß.

Auch der zweisitzige Innenraum ist äußerst sportwagenmäßig. Hier gibt es auf Wunsch Carbonoptik, lederne Sportsitze und ein unten abgeflachtes Lenkrad. Nett anzusehen ist die Mittelkonsole in V-Form, auf der acht Knöpfe und Drehregler stets an den V8-Motor erinnern.

Die Frontschürze ist vom legendären 300-SL-Flügeltürer von 1954 abgeleitet, das Heck erinnert an eine Mischung aus Porsche und Jaguar F-Type-Coupé. Alles in allem doch weniger Zauberei, sondern eher angemessene Mittel, um die Ikone Porsche 911 angreifen zu können.