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Als Cult besonders hochwertig Fiat 500C mit viel Komfort

Von Lothar Hausfeld

Farbe: „Lattamente“, Ausstattung: „Cult“ – der Fiat 500C macht seinem Ruf als stilsicherer Italiener alle Ehre. Foto: HausfeldFarbe: „Lattamente“, Ausstattung: „Cult“ – der Fiat 500C macht seinem Ruf als stilsicherer Italiener alle Ehre. Foto: Hausfeld

Osnabrück. Er läuft und läuft und läuft: Der Fiat 500, seit seinem Comeback vor rund sieben Jahren weit mehr als eine Million Mal verkauft, ist weiterhin die allseits beliebte „Knutschkugel“. Im Test: Das Cabrio als neue Topversion „Cult“ mit 85-PS-Zweizylinder.

Gucken

Äußerlich hat sich in sieben Jahren Produktionszeit nur wenig getan, der Fiat 500 sieht aus wie immer – und das ist auch gut so. Ob allerdings die Außenfarbe „Lattementa“ wie im Falle unseres Testwagens unsere erste Wahl wäre, sei dahingestellt – die minzgrüne Uni-Sonderlackierung sorgte jedenfalls in der Umgebung des Testredakteurs für blühenden Flachs. In jeglicher Couleur.

Fühlen

Innen hat Fiat beim „Cult“ ordentlich draufgesattelt: Lederausstattung von „Poltrona Frau“, Klimaautomatik und vor allem das zentrale TFT-Display, das die herkömmlichen Instrumente wie Drehzahlmesser und Tacho ersetzt, sorgen für Stil, Komfort und Hightech. Ansonsten gilt auch hier: Vorne geht’s auf kurzen Ledersitzen eng zu wie immer, hinten kann man als Erwachsener nicht ernsthaft länger als fünf Minuten sitzen.

Fahren

Der Zweizylinder-Sound gehört mittlerweile fest zum Fiat 500; zum sehr erwachsenen, komfort- und lifestyleorientierten „Cult“ passt der charakteristisch pröttelnde Twin-Air-Motor mit 85 PS, der an eine Kreuzung aus Nähmaschine und Kreidler Florett erinnert, aber nur bedingt.

Beim Ampelstart in der Stadt macht der Kleine allerdings eine gute Figur, lässt so manchen arrivierten Vertreter neben sich stehen. Mit steigender Geschwindigkeit wird es in Sachen Beschleunigung stetig zäher, und wer die „Eco“-Taste aktiviert hat zwecks Kraftstoffeinsparung, der kommt schon an Steigungen in Maulwurfshügel-Dimensionen nicht umhin, mindestens einen Gang zurückzuschalten.

Zielsicher findet der kleine Fiat wie gehabt jede kleine Delle in der Straße und hüpft munter darüber – und ist trotzdem (oder gerade auch deswegen?) ein enormer Spaßbringer, nicht nur wegen des Stoffschiebedaches, das sich stufenlos öffnen lässt, entweder nur einen kleinen Spalt zum Himmel freigibt oder bis zur Klappe des Mini-Kofferraums auffährt – dann blockiert das zusammengeschobene Dach allerdings den Blick nach hinten komplett.

Parkplatzprobleme kennt der wendige 500er nicht, ebenso wenig Meckern über zu hohen Verbrauch: Die vier Liter auf 100 Kilometern wird freilich nur der erreichen, dem egal ist, wie sehr die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer (licht-)hupen und protestieren, doch mit runden fünf Litern auf 100 Kilometern fährt der 500C „Cult“ auch hier im grünen Bereich.

Staunen

Das bereits erwähnte TFT-Display im Blickfeld des Fahrers gefällt mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten und grafischen Spielereien – im Kleinwagenbereich eine absolute Seltenheit.

Ärgern

Im Alltag sind 185 Liter Kofferraum ganz schon wenig; wer clever ist und die hinteren Sitze umlegt, steigert das Volumen zwar auf wochenendurlaubskompatible 610 Liter, doch fliegen Kleinteile dann unkontrolliert im Innenraum umher; die kleine Heckklappe verhindert das Einladen größerer Koffer oder Taschen.

Kaufen?

Sparsam, aber nicht spaßarm: Der 500C macht auch als „Cult“ viel Freunde – in der getesteten Variante sind freilich mindestens knapp 20000 Euro anzulegen. Und wer seinen 500er individualisieren möchte, ist damit noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen.