Ein echter Sportler Porsche Cayenne Coupé: Mit E, ohne „E“

Anders als bei der Konkurrenz ist die Coupévariante des Cayenne auch am Heck optisch gelungen. Foto: PorscheAnders als bei der Konkurrenz ist die Coupévariante des Cayenne auch am Heck optisch gelungen. Foto: Porsche
Daniel Wollstein

Osnabrück. Dass sich das Portfolio von Porsche in den vergangenen Jahren radikal verändert hat – weg vom reinen Sportwagenhersteller hin zum Vollsortimenter mit hohem SUV-Anteil – ist nichts Neues mehr. Dass auch die Elektrifizierung der Fahrzeuge eine immer größere Rolle spielen wird, ist ebenso bekannt. Der Porsche Cayenne ist in der Coupé-Variante trotz Plug-in-Hybrid-Antrieb und grünem Anstrich vor allem eins: ein Sportwagen.

Angesichts der Systemleistung von 462 PS, für die ein Drei-Liter-Sechszylinder plus E-Maschine sorgen, ist das erst einmal nicht erstaunlich. Angesichts des massiven Leergewichts von rund 2,4 Tonnen verwundert schon eher, wie leichtfüßig das viertürige SUV-Coupé ums Eck zirkeln kann. 

Wird der Cayenne gestartet, geht es – genügend Batterieleistung vorausgesetzt – erst einmal rein elektrisch zu. Die 136 PS starke E-Antriebseinheit schaufelt stolze 400 Newtonmeter Richtung Räder. Im Normalzustand wird der Modus „Hybrid Auto“ aktiviert, in dem je nach Fahrsituation Benzinmotor und/oder Elektromotor für den Antrieb verantwortlich sind. In den Modi Sport und Sport Plus ist immer der Sechszylinder der Leistungsträger, der Elektromotor legt als Booster noch ein paar Pfund drauf. Gerade in diesen Fahrmodi ist der Cayenne trotz seines Gewichts und trotz seiner Abmessungen nahe dran an einem „echten“ Sportwagen.

Porsche
Foto: Porsche

Ganz weit weg von einem Sportwagen sind dagegen die Verbrauchsangaben. Allerdings sind die auf dem Prüfstand ermittelten 3,2 Liter je 100 Kilometer selbst mit vollgeladener Batterie auch von der Realität ein großes Stück entfernt. 

Nur ein kleines Stück entfernt ist der Hybrid von einem „E“ auf dem Kennzeichen und den damit verbundenen steuerlichen Vorteilen oder den deutlichen Vergünstigungen bei der Dienstwagenregelung: Statt der erforderlichen 40 Kilometer, die die elektrische Reichweite für das Kennzeichen „E“ betragen muss, reicht es hier nur zu 38 Kilometern. Knapp danebe ist eben auch vorbei.

Porsche Cayenne E-Hybrid Coupé

Motor: 3.0-l-Benziner (250 kW/340 PS), 136-PS-E-Motor, Systemleistung: 340 kW/462 PS, max. Drehmoment: 700 Nm, Effizienzklasse: A+, Verbrauch: 3,2 l, CO2: 75 g/km (Werk), 0-100 km/h: 5,1 Sek., Vmax: 253 km/h, 8-Gang-Tiptronic, Allradantrieb. 
Maße: Länge: 4,93 m, Leergewicht: 2.435 kg, zul. Gesamtgewicht: 3.055 kg, Kofferraumvolumen: 500 bis 1.440 Liter, Testverbrauch: 7,8 l.
Grundpreis: 95.968 Euro, gefahrene Version: 146.102 Euro. Versicherungstypklassen (KH/TK/VK): 22/30/28.

Angesichts der Preise – mindestens 95.968 kostet der Coupé-Hybrid, die Extraausstattung betrug beim Testmodell schlanke 50.134,70 Euro – wird das den Cayenne-Fahrer möglicherweise nur am Rande interessieren. Für 1.463,70 Euro kann man sich hier erstmals bei Porsche ein Head-up-Display einbauen lassen – bei dem ganz stilecht auch ein Drehzahlmesser auf die Windschutzscheibe projiziert wird. Ein Porsche-SUV mit zusätzlichem Elektroantrieb ist am Ende eben doch auch ein Porsche.


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