Abschied vom Sechszylinder Jaguar F-Type Cabrio: Vier gewinnt

Von Wolfgang Wieland

Statt eine Neuauflage spendiert Jaguar dem Sportwagen F-Type nach sieben Jahren ein zweites Facelift. Foto: JaguarStatt eine Neuauflage spendiert Jaguar dem Sportwagen F-Type nach sieben Jahren ein zweites Facelift. Foto: Jaguar

Porto. Milde Temperaturen, Sonnenschein. Das Klima ist prima zwischen Flensburg und Garmisch, Grund genug die Cabrio-Saison ein paar Wochen früher als gewohnt zu eröffnen. Die Oben-ohne-Nummer 1 in diesem Jahr ist die alles andere als zahme Raubkatze aus dem englischen Coventry. Der F-Type von Jaguar, der legitime Nachfolger der Ikone E-Type, die es sogar ins legendäre Museum of Modern Art in Manhattan geschafft hat.

Das neue Modell wird ab Ende März ausgeliefert, ist aber genau genommen nur ein umfangreiches Facelift mit allerdings bemerkenswerten Neuigkeiten. Mexit (Motor exit) für das Sechszylinder-Triebwerk, das in Rente geschickt wurde. Nur noch Vier- und Acht-Zylinder werkeln unter der traditionell langen Motorhaube. Daraus ergibt sich eine Zweiklassengesellschaft, die eine, die die mit Köpfchen fährt, also die Vierzylinder-Kunden, sie zahlen für den offenen Zweisitzer „nur“ ab 71 200 Euro. Die anderen fahren mit erhöhter Herzfrequenz, gesteigerter V8-Kompressor-Emotion und mit bis zu 575 PS zum fast sechsstelligen Einstiegspreis. 

Das tadellos schaltende Achtgang-Quickshift-Automatikgetriebe kommt von ZF aus Friedrichshafen am Bodensee. Das haben alle Modelle serienmäßig, ebenso die Rennsport-Gene der Auspuffanlage. Mit dem Basismodell namens P300 cruisen wir gemütlich und mit britischer Noblesse über kurvenreiche Landstraßen. Dazu bleibt dann der Dynamik-Modus, der mit einer Schwarz-Weiß-karierten Flagge symbolisiert wird, noch im Winterschlaf.

Der Platz am Rand, den bisher klassische Tasten eingenommen haben, wurde dem Touchscreen zugeschlagen. Foto: Jaguar

Dafür genießt man den sportlich-eleganten Innenraum mit Windsor- oder Nubuk-Leder und Premium-Velours auf den Sportsitzen. Erfolg: So – und nur so – erreicht man vollkommen unaufgeregt die rund acht Liter Super auf 100 Kilometer. 

Optisch fallen vor allem die langgezogenen LED-Scheinwerfer auf. Die Tagfahrleuchten sind so schmal, dass Jaguar hier von „J-Blade“-Design spricht. Akustisch dürfte sich die junge oder junggebliebene Kundschaft über die musikalische Anbindung von Spotify freuen.

Mit der integrierten App hat man erstmals den direkten Zugang zu über 50 Millionen Musiktiteln von Klassik bis zu Heavy Metal und auf über 700 000 Podcasts. Für das Meridian Sound-System mit 770 Watt, zwei Subwoofern und zehn Lautsprechern zahlt man allerdings 3007 Euro zusätzlich.

Kurzum, vier gewinnt, denn der 300-PS-Vierzylinder ist auch für anspruchsvolle Cabriofreunde vollkommen ausreichend. Und für diejenigen, die es nun partout nicht lassen wollen, wird demnächst noch eine doppelt so starke SVR-Version nachgereicht.


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