Konkurrenz für Wolfsburg Skoda Octavia: Fast schon ein Passat

Von Frank Wald

Unterm scharfkantigen Blechkleid des Octavia steckt die Technik des Golf 8. Foto: SkodaUnterm scharfkantigen Blechkleid des Octavia steckt die Technik des Golf 8. Foto: Skoda

Weiterstadt. Der Octavia ist für Skoda was der Golf für VW: Bestseller und Herz der Marke. Mehr als sieben Millionen Modelle seit seinem Debüt 1996 lassen dabei keine Zweifel aufkommen. Und die vierte Generation, die nun zum Händler rollt, rückt dem Wolfsburger Klassenkameraden technisch wie optisch weiter auf die Pelle. Denn die Tschechen haben ihrem neuen Kompaktmodell eine ebenso elegante wie sportliche Hülle geschneidert, die auf den ersten Blick eher an Passat als Golf denken lässt.

Neben dem geschärften Design mit den schmalen, serienmäßigen LED-Scheinwerfern und der lang gezogenen Silhouette ist das auch den gewachsenen Proportionen zu verdanken. So konnte der böhmische Bestseller, um gut zwei Zentimeter auf 4,69 Meter gestreckt und um anderthalb Zentimeter auf 1,83 Meter verbreitert, trotz unverändertem Radstand auch in Skodas Kernkompetenz Geräumigkeit noch einmal zulegen. Neben der schon immer üppigen Kniefreiheit der Hinterbänkler wuchs das Kofferraumvolumen in der Limousine um 10 auf nun 600 Liter. Das Kombimodell präsentiert mit plus 30 auf 640 Liter nun sogar das größte Gepäckabteil seiner Klasse. 

Sicher auch ein Grund dafür, warum die Deutschen – aber nicht nur die – vor allem den „Combi“ (Skoda besteht auf diese Schreibweise) lieben. Knapp zwei Drittel aller Verkäufe entfallen auf diese Karosserieform. Folgerichtig geht Ende März auch der Combi als erster an den Start, die Limousine soll erst Ende April folgen.

Neu beim Octavia: Spezielle Smartphone-Taschen auf den Rückseiten der Vordersitze. Foto: Skoda

Beide dürfen sich dafür im Wolfsburger Motorenregal bedienen. Neben drei TSI-Benzinern mit 110, 150 und 190 PS und einem 2-Liter-Diesel mit 116, 150 oder 200 PS sind die beiden schwächeren Benziner auch als spritsparende Mild-Hybrid-Varianten mit Riemen-Startergenerator und 48-Volt-Batterie zu haben.  

Aber auch zwei Plug-in-Hybride mit 204 und 245 PS sowie jeweils 60 Kilometer Reichweite werden im Octavia Premiere feiern. Außerdem hat Skoda wieder einen Erdgasantrieb mit 130 PS in Planung.  

Aber nicht nur bei den Motoren, auch in Sachen Komfort, Konnektivität und Assistenzsysteme durfte die tschechische VW-Tochter in die Baukästen des Konzern greifen. So kann der neue Octavia als erstes Skoda-Modell beispielsweise mit 3-Zonen-Klmaautomatik und belüfteten Massagesitzen ausgerüstet werden. Die neue, modular aufgebaute Instrumententafel feiert ebenso Premiere wie ein optionales Head-up-Display, das seine Infos in die Frontscheibe spiegelt.

In den Kofferraum des Octavia Kombi gehen bis zu 1.700 Liter. Foto: Skoda

Erstmals bei Skoda zum Einsatz kommen außerdem Ausweich-und Abbiegeassistenten sowie ein Ausstiegswarner. Auch das Area-View-System, ein Spurwechselassistent (Side Assist) oder der vorausschauende Abstandsassistent waren im Octavia bislang nicht zu haben.

Zu den Preisen: der Octavia startet ab 21 590 Euro, wenn auch nur mit dem 110-PS-TSI-Benziner in der Basisausstattung Active, der erst ab Mitte des Jahres verfügbar sein soll. Der 116-PS-Basis-Diesel startet ab 28 380 Euro, der 2.0 TDI mit 150 PS ist nur mit 7-Gang-DSG ab 31 680 Euro zu haben. 


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