Viel Platz im Innern Kia Rio: Ein unaufgeregter Kleinwagen

Die GT-Line verspricht sportliche Optik; der Kia Rio bleibt aber ein unaufgeregter Kleinwagen. Foto: KiaDie GT-Line verspricht sportliche Optik; der Kia Rio bleibt aber ein unaufgeregter Kleinwagen. Foto: Kia
Olaf Gallas

Osnabrück. Dass Kleinwagen heutzutage nichts mehr gemein haben mit den Kleinwagen der 80er- oder 90er-Jahre, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auch der Kia Rio, Zuhause in der Polo- und Fiesta-Klasse, bietet Technik, Sicherheit und Komfort wie ein größeres Modell. Im Test: der 120 PS starke Dreizylinder in der sportlichen GT-Line-Ausstattung.

Wobei man das „sportlich“ jetzt nicht allzu wörtlich nehmen sollte. Mit einem Kleinwagen-GTI hat der Kia Rio wenig zu tun, dafür ist er einfach viel zu unaufgeregt. Hier gibt es einen Dreizylinder, der 120 Pferde auf die Straße schickt, damit ist man ausgesprochen leichtfüßig unterwegs. Da das Fahrwerk über die richtige Balance verfügt, stellen weder Gullydeckel noch schlechte Straßenverhältnisse größere Schwierigkeiten dar. 

Dank der Abmessungen – der Rio misst 4,07 Meter in der Länge – sind Ausflüge in die Stadt kein Problem; dank des etwas knurrigen, aber potenten Motors stellen Landstraße und Autobahn keinerlei Probleme dar. Auch wenn der Ein-Liter-Motor in höhere Drehzahlbereiche geschickt wird, wird er akustisch nicht aufdringlich – der Rio beweist auch hier eine gute Balance.

Foto: Kia

Der Innenraum ist, da schimmert dann doch der typische Kleinwagen mit Rotstift-Entwicklung durch, mit reichlich Hartplastik bestückt. Allerdings gibt die Verarbeitung keinerlei Anlass zum Mäkeln, die Bedienung ist logisch aufgebaut, und in Sachen Ausstattung liefert der Koreaner ohnehin mehr als man in dieser Liga erwarten würde: Manche Stelle im Cockpit ist mit Dekorelementen in Metalloptik versehen, die Sitze sind mit Stoff und Leder-Nachbildung bespannt, ein großes Multifunktions-Display ist zentral angebracht, über das das Audiosystem, Einstellungen oder die Navigation (Aufpreis: 990 Euro) reguliert werden, Sitzheizung vorne ist ebenso in der GT Line serienmäßig an Bord wie Klimaautomatik oder Bluetooth-Freisprecheinrichtung. In Sachen Sicherheit bietet der Rio mit einem Totwinkelwarner, Kollisionswarner oder Spurhalteassistent ebenfalls eine ganze Menge, auch das Fernlicht kann automatisch aktiviert werden. 

Kia Rio 1.0 T GDI 120

Motor: 1.0-l-Benziner (88 kW/120 PS), max. Drehmoment: 172 Nm, Effizienzklasse: B, Verbrauch: 5,1 l, CO2: 118 g/km (Werk), 0-100 km/h: 10,2 Sek., Vmax: 190 km/h, 6-Gang-Handschaltung, Frontantrieb.
Maße: Länge: 4,07 m, Leergewicht: 1164 kg, zul. Gesamtgewicht: 1610 kg, Kofferraumvolumen: 325 bis 1103 Liter, Testverbrauch: 6,3 l.
Grundpreis: 20 150 Euro, gefahrene Version: 21 840 Euro.
Versicherungstypklassen (KH/TK/VK): 13/20/16.

Der günstigste Rio startet ab 12 150 Euro – dann ist allerdings die Ausstattung eher homöopathisch und die Motorisierung (84 PS) schlicht. Mit 120 PS werden mindestens 20 150 Euro fällig, die GT Line, die sowohl sportliche Designakzente als auch eine üppige Technik- und Komfortausstattung beinhaltet, kostet mit der Topmotorisierung 20 850 Euro. Und sieben Jahre Garantie gibt es bei Kia auf jedes Modell, egal, ob groß oder klein.


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